Den militärischen Konflikt im Nahen Osten erwähnte sie dabei nicht explizit. Das frühere Model leitete eine Sitzung des mächtigsten UNO-Gremiums zum Thema Kinder, Technologie und Bildung in Konfliktsituationen. Die Übernahme des Vorsitzes durch die First Lady stieß teilweise auf Kritik.
Die USA haben in diesem Monat turnusmäßig den Vorsitz im wichtigsten UNO-Gremium übernommen, was auch die Leitung der Treffen beinhaltet. Üblicherweise führen UNO-Botschafter oder Regierungsvertreter durch die Sitzungen des 15-köpfigen Gremiums. Ihren Partnern und Partnerinnen war bisher meist das Rahmenprogramm von Veranstaltungen der Vereinten Nationen vorbehalten. Im Rahmenprogramm der UNO-Vollversammlung 2017 beispielsweise hielt Melania Trump bei einem Mittagessen eine kurze Ansprache, bei der es ebenfalls um Bildung und Schutz von Kindern ging.
Schritt auch scharf kritisiert
Von den Vereinten Nationen wurde der Sitzungsvorsitz der First Lady begrüßt. Es sei ein Zeichen der Wertschätzung der USA für den Sicherheitsrat, hatte ein Sprecher von Generalsekretär António Guterres im Voraus gesagt. Der Auftritt erfolgt vor dem Hintergrund eines angespannten Verhältnisses zwischen der Regierung von US-Präsident Donald Trump und den Vereinten Nationen. Trump hat die Organisation in der Vergangenheit wiederholt als ineffektiv bezeichnet und den Austritt seines Landes aus zahlreichen UNO-Organisationen bewirkt. Nach UN-Angaben schulden die USA der Organisation noch viele Milliarden Dollar.Neben einer Reihe verwunderter Reaktion über den Vorsitz der First Lady wurde der Schritt auch scharf kritisiert. Eine Kolumnistin des britischen „Guardian“ etwa sah darin den gezielten Versuch, die UNO bloßzustellen. Melania Trump hat sich in der Vergangenheit mit öffentlichen Auftritten zurückgehalten, zuletzt aber vermehrt die Öffentlichkeit gesucht, zum Beispiel mit ihrem Dokumentarfilmprojekt „Melania“.
Es war auch der erste offizielle Besuch der First Lady in dem Gebäude nach Rolltreppen-Gate
Der UNO-Botschafter des Irans kritisierte den Zeitpunkt einer Sitzung mit einem derartigen Thema und warf den USA und Israel erneut vor, für einen Angriff auf eine Schule mit vielen getöteten Kindern verantwortlich zu sein. Israel hatte den Vorwurf zurückgewiesen. „Zu diesem Zeitpunkt sind uns keine israelischen oder amerikanischen Angriffe dort bekannt“, sagte der israelische Militärsprecher Nadav Schoschani.Besonders die scharfe Kritik ihres Mannes an den UN hatte die Frage der Beweggründe der First Lady für den Sitzungsvorsitz aufgeworfen. Dass die dritte Ehefrau Donald Trumps mitunter Positionen vertritt oder Signale sendet, die nicht deckungsgleich mit denen ihres Mannes sind, ist dabei nicht neu. Einige Beobachter vermuten etwa eine Strategie des Kommunikationsmixes des Ehepaars Trump dahinter.
Es war auch der erste offizielle Besuch der First Lady in dem Gebäude nach dem sogenannten Rolltreppen-Gate: Der US-Präsident und seine Frau waren bei ihrer Ankunft zur UNO-Generalversammlung im September auf eine Rolltreppe gestiegen, die dann abrupt anhielt. Präsident Trump hatte der Vorfall so erzürnt, dass er im Anschluss die „Verhaftung“ der Verantwortlichen gefordert hatte. Ergebnisse einer vorläufigen Untersuchung zeigten UNO-Angaben zufolge, dass ein eingebauter Sicherheitsmechanismus am oberen Ende der Rolltreppe ausgelöst worden war.

