Donnerstag, 19. März 2026

Meningitis-Welle in England weitet sich aus

Großbritannien meldet nach einem Meningitis-Ausbruch in Südengland weitere Infektionen mit Meningokokken der Untergruppe B. Die Zahl der bestätigten Fälle stieg von sechs auf neun, wie die Gesundheitsbehörde UKHSA am Donnerstag mitteilte. Insgesamt wurden 15 Meningokokken-Infektionen bestätigt, dazu kommen zwölf Verdachtsfälle. Meningokokken B sind Bakterien, die schwere Hirnhautentzündungen (Meningitis) und Blutvergiftungen (Sepsis) auslösen können.

Studenten mit Gesichtsmasken stehen für die Impfung Schlange. - Foto: © APA/AFP / CARLOS JASSO

Die Erkrankung kann sehr schnell verlaufen. In den vergangenen Tagen waren in der Region zwei junge Menschen an Meningitis gestorben.

Nach Angaben der Behörde mussten alle der aktuell Betroffenen bis auf einen Fall ins Krankenhaus gebracht werden. Auch in Frankreich wird ein aus Kent zurückgekehrter Mann im Spital behandelt, nach Angaben von Mittwoch befindet er sich in stabilem Zustand. „Dies ist ein sehr ungewöhnlicher Ausbruch“, sagte Robin May, Chief Scientific Officer der britischen Behörde, der BBC.

Erkrankungen auf ein einziges Ereignis zurückzuführen

In Großbritannien läuft derzeit ein gezieltes Impfprogramm. Zudem bekommen Tausende Menschen vorsorglich eine Antibiotika-Behandlung. Unter anderem gilt das für die Studenten der Universität. Die Behörde rät zudem Menschen, die Anfang März einen bestimmten Nachtclub in Canterbury besucht hatten, sich vorbeugend behandeln zu lassen. „Was an diesem Fall besonders bemerkenswert und zugleich unerwartet ist, ist die große Anzahl von Fällen, die offenbar alle auf ein einziges Ereignis zurückzuführen sind“, sagte May.

Bereits bei begründetem klinischem Verdacht auf eine Meningokokken-Erkrankung soll gemäß Meningitis-Leitlinie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) umgehend mit einer Antibiotikatherapie begonnen werden. Die Bakterien werden durch Tröpfcheninfektion - Husten, Niesen, Küssen - übertragen. Die ersten Anzeichen einer Infektion sind oft grippeähnlich: Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit, Schüttelfrost, Abgeschlagenheit. Bei schwerem Verlauf kann es zu septischem Schock, Organversagen und Hirnschäden kommen.

apa

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