„Wir beobachten keine negative, sondern im Gegenteil eine positive Trendwende bei den Wartezeiten. Wir konnten 2025 bereits deutlich mehr Anfragen von Erstvisiten innerhalb der vorgesehenen Frist anbieten – und das, obwohl die Anfrage nach Terminen stetig ansteigt“, so Messner.
Wartezeiten trotz mehr Anfragen gesunken
Die Statistiken des Gesundheitsressorts zu den Wartezeiten im Sanitätsbetrieb zeigen: Im Jahr 2025 wurden Termine für prioritäre Visiten im Durchschnitt innerhalb von 8,5 Tagen angeboten, 2024 lag der Durchschnitt noch bei 9,8 Tagen. Vorgesehen ist die Abwicklung von prioritären Visiten innerhalb von 10 Tagen.Auch bei den aufschiebbaren und programmierten Erstvisiten konnte ein Termin innerhalb deutlich kürzerer Zeit angeboten werden: Bei den aufschiebbaren Visiten sank die durchschnittliche Zeit von 34,0 auf 29,0 Tagen, bei den programmierten Visiten von 52,7 auf 45,9 Tagen. „Und das obwohl wir gleichzeitig eine deutliche Steigerung bei den Anfragen verzeichnet haben. 2025 haben wir mit 583.000 Anfragen für Erstvisiten bei der Einheitlichen Vormerkstelle 11 Prozent mehr Terminanfragen als im Vorjahr verzeichnet“, sagt Messner.
„Eine so deutliche Zunahme an Anfragen stellt uns vor großen Herausforderungen. Dass wir es zeitgleich geschafft haben, die Wartezeiten im Schnitt über alle Bereiche deutlich zu senken, ist ein großer Erfolg – dafür möchte ich allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern danken, die mit außerordentlichem Einsatz daran arbeiten“, betont der Gesundheitslandesrat.
Zwei Taskforces überwachen Lage und setzen Maßnahmen um
Um die Wartezeiten zu verringern, wurden Verantwortliche ernannt und zwei Taskforces eingesetzt, die die Situation laufend analysieren, Maßnahmen ausarbeiten und umsetzen. Die Wartezeiten werden monatlich monitoriert und die effektive mittlere Wartezeit auch auf der Internetseite des Sanitätsbetriebs veröffentlicht.Landesrat Hubert Messner stellt klar, dass die durchschnittliche Verbesserung der Wartezeiten nicht bedeutet, dass es keine kritischen Bereiche mehr gibt: „Uns ist sehr wohl bewusst, dass in einigen Bereichen die Wartezeiten weiterhin zu lang sind. Wir beobachten diese Bereiche mit großer Aufmerksamkeit und haben spezifische Maßnahmen für diese Fachbereiche auf den Weg gebracht, um auch diese Wartezeiten weiter zu verbessern.“
Durchschnittlich wurden 2025 in Südtirol 84 Prozent der prioritären Erstvisiten innerhalb der vorgesehenen 10 Tage angeboten. 2024 lag dieser Wert noch bei 78 Prozent. Auch bei den aufschiebbaren Erstvisiten hat sich der Index deutlich von 74 auf 83 Prozent erhöht, bei den programmierten Erstvisiten von 83 auf 89 Prozent. „Ziel ist es, bei allen Prioritätsgruppen auf mindestens 90 Prozent zu kommen, doch wir können feststellen: die Richtung stimmt“, sagt Messner.
Verbraucherschützer kritisieren „Drei-Klassen-Medizin“
Der Verbraucherschutzverein Robin hatte am Mittwoch in einer Mitteilung auf seiner Internetseite ein alarmierendes Bild der Südtiroler Sanität gezeichnet und von einem „strukturellen Versagen“ bei den Wartezeiten gesprochen.Der Verein ortet eine gefährliche Entwicklung hin zu einer „Drei-Klassen-Medizin“: Wer es sich leisten kann, flüchte in private Praxen, während einkommensschwächere Bürger lange Wartezeiten akzeptieren oder notwendige Behandlungen aus finanzieller Not ganz absagen müssten.
Besonders scharf kritisiert der Verein die Lage bei den prioritären Visiten (Kategorie B), wo die gesetzliche Zehn-Tage-Frist in vielen Fachbereichen systematisch verfehlt werde.
Angesichts dieser „offensichtlichen Ineffizienz“ nahm der Verein die Führungsspitze um Landesrat Messner und Sabes-Generaldirektor Kofler direkt in die Pflicht und forderte, die verbindliche Einhaltung der gesetzlichen Wartezeiten, insbesondere in der Kategorie B-Prioritär; Monatliche transparente Veröffentlichung der effektiven mittleren Wartezeiten und der Überschreitungsquoten sowie eine externe Organisationsanalyse mit klaren Zielvorgaben und messbaren Verbesserungsfristen und klare personelle und politische Verantwortung, falls die Zielwerte nicht innerhalb eines definierten Zeitraums erreicht werden.

