Dienstag, 27. Mai 2025

Missbrauchsvorwürfe gegen Vater und Sohn: Sprache bremst Prozess

Ihnen wird zur Last gelegt, eine 40-Jährige geschlagen, beleidigt und sie daran gehindert zu haben, das Haus zu verlassen: Diese Vorwürfe erhebt die Bozner Staatsanwaltschaft gegen einen aus Pakistan gebürtigen Mann (70) und seinen Sohn (40). Letzterer wird auch der sexuellen Gewalt bezichtigt. Die Beschuldigten weisen die Vorwürfe zurück.

Im Oktober geht der Prozess am Landesgericht weiter. - Foto: © Erika Gamper

Beide Männer sind auf freiem Fuß. Ihr Verteidiger Nicola Nettis hat eine lange Liste von Verwandten und Bekannten, die zugunsten der Angeklagten aussagen sollen. Gestern hätte eine Tante angehört werden sollen, doch wegen Verständigungsproblemen musste der Strafsenat (Vorsitz Richter Stefan Tappeiner) auf Oktober vertagen.

Bis dahin soll ein Übersetzer für Urdu (Amtssprache in Pakistan) die Sprachhürden nicht nur für die Zeugen, sondern auch für die Geschädigte überbrücken. Wie die 40-Jährige, die sich als Nebenklägerin eingelassen hat, in ihrer Anzeige gegen ihren Mann und den Schwiegervater und später auch im Beweissicherungsverfahren geschildert hatte, sei sie wiederholt misshandelt und beleidigt worden.

Sie sei auf das Haus beschränkt gewesen, man habe ihr verboten, allein hinauszugehen. Sie habe nicht einmal selbst ihr Handy aufladen dürfen. Ihr Mann habe ihr außerdem sexuelle Gewalt angetan, beklagte die Frau, die von Rechtsanwältin Monica Morisi vertreten wird. Mitarbeiterinnen des Frauenhauses, in dem die Frau Zuflucht gefunden hatte, haben als Zeuginnen der Anklage ausgesagt.

stol

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