Samstag, 7. Juni 2025

Nach Leck: Zoggler Stausee wird trocken gelegt

Mitte Mai ist es am Zoggler Stausee zu einem Zwischenfall gekommen. Aus einem Grundablassstollen der riesigen Staumauer strömen unkontrolliert die Wassermassen. Jetzt hat die Südtiroler Energiegesellschaft Alperia klargestellt: Das Wasser aus dem Stausee wird komplett abgelassen.

Der Zoggler Stausee ist der größte Stausee des Ultentales. - Video: stol

Am Freitag (6. Juni) fand im Raiffeisensaal in St. Walburg ein Informationsabend statt, der sich mit der aktuellen Lage rund um den Zoggler Stausee befasste. Die Energiegesellschaft Alperia hatte die Gemeinderäte von Ulten und St. Pankraz, Vertreter der Zivilschutzorganisationen, die Arbeitsgruppe „für-Ulten“ sowie Anrainer, die in unmittelbarer Nähe der Falschauer und des Staudamms wohnen, eingeladen.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen Gespräche über die nächsten Schritte nach dem Leckereignis, geplante Sanierungsarbeiten, die Situation der Fischbestände sowie Fragen zur Sicherheit.

Bis Anfang Juli 2025 sind folgende Arbeiten geplant:
•Bau von Fischbecken und Umleitungen zu deren Wasserzufuhr
•Bau einer Umleitung des Marschnellbachs
•Bau eines Bypasses der Falschauer bis zum Fassungsstollen des Kraftwerks St. Pankraz

Bis Ende Juli 2025 sind folgende Arbeiten geplant:
•Trockenlegung des Grundablassstollens und Entleerung des Stausees
•Schließung des Lecks in der Steuerungskammer mit einem „Stöpsel“ aus Zementmörtel
•Wiederherstellung der Steuerung der Grundablassschleusen

Seit dem 13. Mai strömen pro Sekunde rund 15.000 Liter Wasser aus dem Stausee - Foto: © Oswald Breitenberger


Damit steht fest, der größte Stausee des Ultentales wird komplett entleert, damit das Problem im Grundablassstollen behoben werden kann. Des Weiteren sind am Stausee im Herbst und Winter umfangreiche Instandhaltungsarbeiten geplant. Das Sanierungsvorhaben umfasst die Auskleidung der ersten 80 Meter des Grundablassstollens mit vorgefertigten glasfaserverstärkten Kunststoffringen, um die Struktur zu verstärken. Zudem ist der Austausch der bestehenden Grundablassschleusen durch neue Systeme vorgesehen.

Zur weiteren Information der Bevölkerung wird in diesen Tagen zudem an alle Haushalte im Ultental ein Informationsblatt versendet.

pm/zor