Donnerstag, 12. Juni 2025

Nach Leichenfund in Hall in Tirol: Toter als mutmaßlicher Mörder identifiziert

Nach dem Fund einer stark verwesten Leiche eines 30-jährigen Innsbruckers im Garten eines Hauses in Hall in Tirol (Bezirk Innsbruck-Land) Ende Jänner hat das Landeskriminalamt Tirol einen bereits verstorbenen 28-Jährigen als mutmaßlichen Täter ausgeforscht.

Ein 28-Jähriger soll einen vermissten 30-Jährigen getötet haben. - Foto: © APA/ZOOM.TIROL / ZOOM.TIROL


Ermittlungsergebnisse, Hinweise sowie eine Zeugenaussage aus seinem Umfeld belasteten den Staatenlosen, hieß es am Donnerstag in einer Aussendung. Zudem soll er für einen Banküberfall im Oktober 2024 verantwortlich sein.



Die Kriminalisten waren nach dem Auffinden der Leiche des 30-Jährigen von einer Fremdbeteiligung ausgegangen. Weil der Körper aber bereits so stark verwest gewesen war, konnte im Zuge der Obduktion keine konkrete Todesursache und auch kein genauer Tathergang rekonstruiert werden. Aus dem Umfeld des 28-Jährigen erhärtete sich schließlich der Verdacht gegen ihn als Täter.


Zudem soll der Mann im April 2024 bereits eine Bombendrohung gegen das Wohnhaus des 30-Jährigen über den Polizeinotruf gerichtet haben. Der Staatenlose wurde im Dezember 2024 tot in seiner Wohnung aufgefunden. Die Ermittlungen ergaben dabei keinen Hinweis auf Fremdverschulden.

Leichnam war von Nachbar auf der Suche nach Katze entdeckt worden

Der 30-Jährige war seit Herbst vergangenen Jahres vermisst worden. Am 21. Jänner wurde seine Leiche von einem Hausbewohner in einem schwer zugänglichen und kaum einsehbaren Bereich des Gartens gefunden, als dieser dort nach seiner Katze suchte.

Wie lange der Leichnam dort gelegen hatte, war unklar. Der 30-Jährige dürfte aber mehrere Monate tot gewesen sein ( STOL hat berichtet). Trotz des Tatverdachts gegen den 28-Jährigen betonte die Polizei, dass die Ermittlungen „noch nicht restlos abgeschlossen“ seien.

Toter mutmaßlicher Mörder soll auch Bank überfallen haben

Darüber hinaus verdächtigt die Polizei den 28-Jährigen einer weiteren Straftat. Er soll am 25. Oktober 2024 eine Bank in Innsbruck überfallen haben. Damals war ein bewaffneter und vermummter Mann in eine Bankfiliale im Stadtteil Reichenau marschiert und hatte zwei Angestellte bedroht.

Nachdem er das Bargeld ausgehändigt bekommen hatte, flüchtete er. Neben Zeugenaussagen und Ermittlungsergebnissen belastete ein Sachverständigengutachten den Verdächtigen.

Nordtiroler Polizei klärte auch Banküberfall in Kufstein

Die Polizei informierte am Donnerstag zudem über die Klärung eines weiteren Banküberfalls. Ein 22-Jähriger soll am 28. November 2024 vermummt und bewaffnet ein Institut in Kufstein ausgeraubt haben. Der Österreicher wurde am Dienstag festgenommen.

Der junge Mann war nach der Tat mit einem weißen Kleintransporter geflüchtet, der von einer Überwachungskamera in der Nähe des Tatortes aufgezeichnet worden war. Nach Auswertungen mit Unterstützung der deutschen Polizei wurde der 22-Jährige ausgeforscht. Er legte bei seiner Vernehmung ein Geständnis ab und nannte Geldprobleme als Motiv. Der mutmaßliche Bankräuber wurde in die Justizanstalt Innsbruck eingeliefert.

Im Bundesland Tirol hatte es zuletzt eine auffällige Häufung an Banküberfällen gegeben. Nun wurden alle zwölf Banküberfälle - beginnend mit 28. November 2023 in Kufstein bis zuletzt am 7. Mai 2025 in Fügen im Zillertal - geklärt bzw. Beschuldigte festgenommen. Einem Duo wurden gar fünf Überfälle zur Last gelegt: Ein 25-jähriger Österreicher und ein 32-jähriger Russe sollen Überfälle in Kufstein und Innsbruck begangen haben.

apa

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