Donnerstag, 30. Oktober 2025

Nach Tod von Skitalent Matilde Lorenzi: Ermittlungen gegen zwei Personen

Vor rund einem Jahr stürzte das italienische Skitalent Matilde Lorenzi (19) beim Training auf dem Schnalser Gletscher und erlag wenig später ihren schweren Verletzungen. Wie die Staatsanwaltschaft am heutigen Donnerstag bestätigte, laufen seit mehreren Monaten Ermittlungen gegen den Sicherheitsbeauftragten für die Skipisten und Skilifte des Skigebiets „Alpin Arena Schnalstal“ sowie gegen den Trainer von Lorenzi. Derzeit findet das Beweissicherungsverfahren statt.

Matilde Lorenzi galt in Italiens Speed-Team als große Zukunftshoffnung. - Foto: © ANSA / ansa

In einer Aussendung bestätigt die Staatsanwaltschaft Bozen, „dass das Verfahren bereits im Februar 2025 in das Register der Ermittlungen gegen bekannte Tatverdächtige übertragen wurde, nachdem seitens der verletzten Personen eine Eingabe mit zwei beigefügten Gutachten sowie mit der Videoaufzeichnung des Unfallhergangs hinterlegt worden war.“

Dabei handelt es sich, um ein medizinisch-rechtliches Gutachten, wonach angesichts der bereits vorliegenden medizinischen Unterlagen „der Tod der Skifahrerin nicht durch den Sturz auf der Trainingsstrecke verursacht wurde, sondern durch den anschließenden Aufprall gegen den erhöhten Pistenrand“, und um ein Gutachten zu eventuellen unterlassenen Sicherheitsmaßnahmen, die den Vorfall verhindern hätten können.

Ermittlungen gegen Sicherheitsbeauftragten und Trainer

Infolgedessen wurde gegen den Sicherheitsbeauftragten für die Skipisten und Skilifte des Skigebiets „Alpin Arena Schnalstal“ sowie gegen den Trainer und Vorbereiter der Riesenslalom-Trainingspiste „Grawand G1“, auf der Matilde Lorenzi trainierte, ermittelt.

Es wurde auch die gesamte Akte der FISI-Verbandsbehörde eingeholt, die das Verfahren eingestellt hat, „weil im Zusammenhang mit dem tragischen Vorfall, dem die Athletin Matilde Lorenz zum Opfer gefallen ist, kein unsportliches Verhalten von FISI-Mitgliedern vorliegt“.

Beweissicherungsverfahren läuft

Derzeit findet das von der Staatsanwaltschaft beantragte Beweissicherungsverfahren unter Wahrung des rechtlichen Gehörs aller Parteien und in Anwesenheit ihrer jeweiligen Sachverständigen – mit zwei vom Richter für die Vorerhebungen beim Landesgericht Bozen beauftragten Sachverständigen – statt.

Dabei gilt es zu prüfen, ob die Todesursache auf den ersten Sturz der Athletin auf der Strecke oder auf den anschließenden Aufprall gegen den Pistenrand zurückzuführen ist. Außerdem sollen „etwaige Fahrlässigkeitsaspekte ermittelt werden, die die unterlassene Entfernung der Randkante am Pistenrand betreffen bzw. die unterlassene Anwendung von Sicherheitsmaßnahmen, die das Ereignis hätten verhindern können.“

Schwerer Sturz im Training

Matilde Lorenzi war beim Training auf der Grawand-Piste am 28. Oktober 2024 böse zu Sturz gekommen. Nachdem es ihr die Ski auseinandergezogen hatte, verlor die 19-Jährige den Bodenkontakt und prallte in der Folge mit voller Wucht mit dem Gesicht auf die Piste. Anschließend schlitterte sie von der Piste, bevor sie von den Trainern erstversorgt und mit dem Notarzthubschrauber in das Bozner Krankenhaus geflogen wurde.

Im Krankenhaus erlag die junge Italienerin ihren schweren Verletzungen. Lorenzi galt in Italiens Speed-Team als große Zukunftshoffnung. Erst im Frühjahr 2024 holte sie im Sarntal völlig überraschend den Italienmeistertitel im Super-G, vor den weltcuperprobten Laura Pirovano und Nicol Delago.

stol