Freitag, 10. April 2026

Notstand wegen Erdrutsch in Süditalien ausgerufen

Die italienische Regierung hat nach einem schweren Erdrutsch entlang einer zentralen Nord-Süd-Verkehrsachse den Notstand ausgerufen und Sofortmittel für die Wiederherstellung der Infrastruktur zugesagt. Bei einem Besuch vor Ort kündigte Infrastrukturminister Matteo Salvini an, zunächst zehn Millionen Euro für erste Eingriffe bereitzustellen. Der Erdrutsch hatte am Dienstag die Verkehrsverbindungen bei Petacciato in der süditalienischen Adria-Region Molise unterbrochen.

Der Erdrutsch hat sich nach den Unwettern „reaktiviert“. - Video: stol

Die Erdmasse setzte sich langsam in Bewegung und schob sich Richtung Meer. Betroffen waren die Autobahn A14 sowie die Bahnstrecke zwischen Bologna und Tarent entlang der Adriaküste. Ausgelöst durch heftige Regenfälle in einem geologisch instabilen Gebiet erstreckt sich der Erdrutsch über rund zwei Kilometer bis zur Küste. Etwa 50 Menschen mussten ihre Häuser verlassen.

Risse in den Straßen, verbogene Gleise und eine abgesunkene Erdfront prägten das Schadensbild. Die Sperrungen zwangen tausende Autofahrer zu weiträumigen Umleitungen über Landstraßen, wodurch sich die Fahrzeiten um mehrere Stunden verlängerten. Der Küstenbahnverkehr wurde ausgesetzt und teilweise über Rom umgeleitet. Die Regierung in Rom sprach von einem „faktisch in zwei Teile geteilten“ Land.

Foto: © ANSA / NICOLA LANESE


Inzwischen hat sich die Lage etwas entspannt. Zivilschutzchef Fabio Ciciliano gab zumindest hinsichtlich der Dynamik des Erdrutsches Entwarnung. Nach Einschätzung Cicilianos hat sich der Erdrutsch inzwischen stabilisiert; ein Szenario mit wochen- oder monatelangen Sperrungen gilt als unwahrscheinlich. Eine wichtige Straße bleibt jedoch wegen einer nach Unwettern eingestürzten Brücke gesperrt. Deren Wiederaufbau dürfte sechs bis sieben Monate dauern und könnte die Tourismussaison in der betroffenen Küstenregion beeinträchtigen.

Foto: © ANSA / ANTONELLA SALVATORE


Italien ist immer wieder von schweren Erdrutschen betroffen. Nach heftigen Unwettern im Februar kam es zu einem Erdrutsch in der sizilianischen Stadt Niscemi. Dieser zerstörte mehrere Häuser, andere stehen nun gefährlich nahe am Abgrund, sodass über 1.500 Menschen evakuiert werden mussten. Laut Experten bewegt sich der Hügel, auf dem Niscemi liegt, weiterhin langsam in Richtung der Ebene.

apa

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