Dienstag, 2. Dezember 2025

Osttirol: Erster nachgewiesener Influenzafall

Der Osttiroler Infektiologe und Leiter des Labors in Außervillgraten, Dr. Gernot Walder, informierte am späten Montagabend über den ersten Influenzafall, der in der Region aufgetreten ist – und beruhigt zugleich: Es handelt sich zwar um eine Infektion mit dem Stamm H3N2, allerdings nicht mit dem Subtyp K, vor dem derzeit gewarnt wird und der besonders die unteren Atemwege infiziert.

„Vor kurzem ist in Osttirol der erste Influenzafall nachgewiesen worden.“ - Foto: © Shutterstock / shutterstock



„Vor kurzem ist in Osttirol der erste Influenzafall nachgewiesen worden. Es handelt sich um eine Infektion mit dem Stamm H3N2, allerdings nicht der Subtyp K.“, so Dr. Walder in einer Aussendung. Wie berichtet, warnen Experten vor diesem Subtyp, der besonders die unteren Atemwege infiziert.

„Dass das Virus nun tatsächlich im Bezirk zu zirkulieren beginnt ist damit aber nicht gesagt: Nicht jeder Fall führt zu einer Infektionskette. Bis zum Beginn der lokalen Grippewelle kann es also noch dauern. Bei fieberhaften Infekten sollte Influenza aber bedacht werden.“

Dr. Gernot Walder ist Facharzt für Hygiene und Mikrobiologie, Infektiologie und Tropenmedizin und leitet ein Labor in Osttirol – dort wurde nun der erste Influenzafall der Region nachgewiesen - Foto: © TT/Oblasser



Bei über 50 Prozent der Atemwegsinfekte mehrere Erreger beteiligt

„In mehr als der Hälfte der symptomatischen Atemwegsinfekte sind mehrere Erreger beteiligt – meist ein Bakterium und ein Virus“, so Dr. Walder. Eine ungezielte Antibiotikabehandlung sei dennoch nicht angezeigt: Nur in knapp einem Drittel der Fälle sei ein Bakterium beteiligt, „das auf eines der üblichen Breitspektrumantibiotika anspricht“.

In zwei Drittel der Fälle nütze die ungezielte Antibiose nichts, sondern erhöhe nur das Risiko von Resistenzentwicklungen und Nebenwirkungen, warnt der Infektiologe. Eine präzise Erregeridentifizierung sei also absolut sinnvoll, auch wenn ein Schnelltest für Corona oder Influenza positiv sein sollte – Koinfektionen durch weitere, potenziell behandelbare Erreger „werden sonst nämlich übersehen“.

Impfen: Erkrankungsrisiko senken und schweren Verläufen vorbeugen

Um gut durch die Wintersaison zu kommen sei es sinnvoll, sich vom Hausarzt über die verfügbaren Impfungen beraten zu lassen, sagt Dr. Walder. Die Impfung reduziere das Erkrankungsrisiko deutlich und beuge schweren Verläufen vor. „Alte Menschen, Personen mit eingeschränktem Immunsystem und Angehörige von Gesundheitsberufen profitieren besonders davon – grundsätzlich aber jeder, der mit vielen Leuten in Kontakt kommt und in den nächsten Monaten keinen einwöchigen Krankenstand riskieren möchte“, sollte sich impfen lassen, meint Dr. Walder.

Abgesehen von Impfungen seien eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung im Ausdauerbereich, wenig Stress und ein erholsamer Schlaf die besten „Booster“ fürs Immunsystem. „Wer nicht raucht, für ein warmes, aber nicht zu trockenes Raumklima sorgt, regelmäßig lüftet und ausreichend trinkt senkt das Risiko, symptomatisch zu erkranken entscheidend“, so der Mediziner abschließend.

stol

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