Hoffnung auf echtes Bemühen um Frieden für die Ukraine
Mit Blick auf den Ukraine-Krieg sagte der Papst: „Möge das Dröhnen der Waffen verstummen und mögen die beteiligten Parteien, unterstützt durch das Engagement der internationalen Gemeinschaft, den Mut finden, einen ehrlichen, direkten und respektvollen Dialog zu führen.“ Er formulierte damit auch eine Hoffnung, die angesichts seiner vorherigen Äußerungen auch als Appell an Russland verstanden werden kann.
An Heiligabend hatten Medien den Papst mit einer Äußerung zitiert, wonach ihn traurig gestimmt habe, dass Russland einen Weihnachtswaffenstillstand abgelehnt hat. Der Papst rief dabei auch zu einer 24-stündigen Waffenruhe für alle Kriege in der Welt an Weihnachten auf.
„Gefühl der Ohnmacht“ im Nahen Osten
Neben der Ukraine hob Leo in seiner Weihnachtsbotschaft den Nahen
Osten hervor. Dort habe er bei seiner jüngsten Reise die Ängste der
Menschen vernommen und kenne ihr Gefühl der Ohnmacht angesichts der Machtverhältnisse, unter denen sie litten, sagte er. Der Papst
forderte „Gerechtigkeit, Frieden und Stabilität für den Libanon, für
Palästina, Israel und Syrien“ und erwähnte explizit die Bewohner des
Gazastreifens, die nichts mehr besäßen und alles verloren hätten.
Seit dem 10. Oktober gilt zwischen der islamistischen Hamas und
Israel eine Waffenruhe. Doch sie ist fragil und die Menschen in dem
Küstenstreifen leben weiter unter katastrophalen Bedingungen.
Erstes Weihnachtsfest mit Papst Leo
Leo XIV. war im Mai zum Papst gewählt worden. Sein Vorgänger, Papst Franziskus, war im April im Alter von 88 Jahren gestorben. Für die katholische Kirche mit ihren etwa 1,4 Milliarden Gläubigen ist es also das erste Weihnachtsfest mit dem US-Amerikaner als Oberhaupt. Die Ansprache vor dem Segen „Urbi et Orbi“ (Der Stadt und dem Erdkreis) nutzen die Päpste traditionell für einen Friedensappell. Er wünschte den Gläubigen in zehn Sprachen frohe Weihnachten, neben Deutsch auch auf Chinesisch und auf Arabisch.
Vergessene Konflikte
Frieden und Trost erbat der Papst auch für die Opfer von in Vergessenheit geratenen Kriegen und für alle, die unter Ungerechtigkeit, politischer Instabilität, religiöser Verfolgung und Terrorismus litten. Er nannte Länder Afrikas wie den Sudan, den Südsudan, Mali, Burkina Faso und die Demokratische Republik Kongo. Er erwähnte auch Myanmar und den Konflikt zwischen Thailand und Kambodscha, der kürzlich wieder aufgeflammt war. Der Papst verwies auch auf das Schicksal von Migranten, die aus ihrer Heimat fliehen, sei es über das Mittelmeer oder auf dem amerikanischen Kontinent.
Aufruf zu Verantwortung
Die Gläubigen erinnerte er an ihre eigene Verantwortung. „Angesichts dieser Notlagen lade ich alle ein, sich weiter entschieden und gemeinsam für die Leidenden zu engagieren“, sagte der Papst. „Öffnen wir an diesem heiligen Tag unser Herz für unsere Brüder und Schwestern in Not und Leid.“

