Zwei Dutzend Parteien und Wahlbündnisse treten bei der Wahl an. Umfragen zufolge haben allerdings lediglich drei, bestenfalls vier davon tatsächlich Chancen, den Sprung ins Parlament zu schaffen: die pro-europäische Regierungspartei „Aktion und Solidarität“ (PAS) um Staatspräsidentin Sandu, der „Patriotischer Block“, ein pro-russisches Bündnis aus Sozialisten (PSRM) und Kommunisten (PCM).
Ihr bisheriger Bündnispartner, die Kleinpartei „Herz und Zukunft der Moldau“ der früheren stramm pro-russischen Gouverneurin der Provinz Gagausien, Irina Vlah, wurde am Freitag per Gerichtsurteil überraschend von der Wahl ausgeschlossen. Die vornehmlich aus Ex-Kommunisten bestehende Partei „Alternative“ des russlandfreundlichen Hauptstadtbürgermeisters von Chisinau, Ion Ceban, und „Unsere Partei“ des pro-russischen Oligarchen Renato Usatii könnten auch noch den Sprung ins Parlament schaffen.
Umfragemäßig führt zwar die Regierungspartei PAS, doch stellt sich moldauischen Politbeobachtern zufolge die Frage, ob sie ihre absolute Mehrheit verteidigen kann. Um die Regierung zu stellen, muss die PAS mindestens 51 der insgesamt 101 Parlamentsmandate einfahren, sofern sie nicht mit prorussischen Parteien koalieren will.

