Donnerstag, 5. März 2026

Razzia im Weinsektor: 2,5 Millionen Liter falscher Herkunftswein beschlagnahmt

Die Finanzpolizei hat im Rahmen einer italienweiten Kontrollaktion 2,5 Millionen Liter Wein mit gefälschter Herkunftsangabe im Wert von rund vier Millionen Euro sichergestellt. Gegen 24 Personen wurde Anzeige erstattet. Die Ermittlungen deckten außerdem Steuerverstöße und Unregelmäßigkeiten in der Lieferkette auf.

Die italienische Finanzpolizei hat im ganzen Land eine umfangreiche Betrugsmasche im Weinsektor aufgedeckt. - Foto: © Shutterstock / shutterstock

Die italienische Finanzpolizei hat im ganzen Land eine umfangreiche Betrugsmasche im Weinsektor aufgedeckt. Insgesamt wurden 2,5 Millionen Liter Wein mit falscher Herkunftsbezeichnung beschlagnahmt. Der geschätzte Marktwert der Ware liegt bei rund vier Millionen Euro.

In Zusammenhang mit den Ermittlungen wurden 24 Personen angezeigt.
Die Maßnahmen erfolgten im Rahmen der Operation „Vinum Mentitum“, die seit 2024 gemeinsam mit dem Zentralinspektorat für Qualitätsschutz und Betrugsbekämpfung im Agrar- und Lebensmittelbereich (ICQRF) durchgeführt wird. Diese Behörde ist dem Landwirtschaftsministerium unterstellt. Ziel der Aktion ist es, betrügerische Praktiken im italienischen Weinsektor aufzudecken und zu bekämpfen.

Der Weinsektor gilt als ein zentraler Wirtschaftszweig für Italien. Er trägt maßgeblich zur starken Position des Landes im internationalen Export von Agrar- und Lebensmittelprodukten bei.

Manipulationen bei der Deklaration von Weinen mit geschützter Herkunftsbezeichnung

Im Fokus der Kontrollen standen insbesondere Manipulationen bei der Deklaration von Weinen mit geschützter Herkunftsbezeichnung – etwa als DOP- oder g.g.A.-Produkte. Ermittler überprüften außerdem, ob bei der Herstellung Trauben oder Most verwendet wurden, die nicht den vorgeschriebenen Produktionsregeln entsprechen oder aus Regionen außerhalb der zertifizierten Anbaugebiete stammen.

Bei ihren Untersuchungen analysierten die Behörden gezielt Schwachstellen entlang der gesamten Produktionskette – von der Weinlese bis zur Abfüllung. In die Risikobewertung flossen auch externe Faktoren ein, darunter extreme Wetterbedingungen, Arbeitskräftemangel, steigende Kosten sowie Pflanzenkrankheiten. Diese Aspekte halfen den Ermittlern dabei, besonders kontrollbedürftige Betriebe zu identifizieren.

In 59 Fällen verhängten die Behörden Verwaltungsstrafen in Höhe von 410.000 Euro

Während der Inspektionen stellten die Beamten zudem zahlreiche Abweichungen zwischen den tatsächlichen Lagerbeständen und den Einträgen im digitalen SIAN-Register fest. Dieses System dient als nationales Informationsregister für die Landwirtschaft. In 59 Fällen verhängten die Behörden Verwaltungsstrafen in Höhe von insgesamt rund 410.000 Euro. Zusätzlich wurden elf Verwarnungen wegen behebbarer Verstöße ausgesprochen.

Die Ermittlungen erstreckten sich auch auf steuerliche Aspekte. Dabei wurden nicht gemeldete steuerpflichtige Umsätze von mehr als 280.000 Euro sowie hinterzogene Mehrwertsteuerzahlungen in Höhe von etwa 800.000 Euro festgestellt. Darüber hinaus deckten die Kontrolleure Verstöße im Bereich der Schwarzarbeit sowie Unregelmäßigkeiten bei den Verbrauchssteuern auf Wein auf.

stol

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