Samstag, 28. Februar 2026

„Remigration“: Deutlich weniger Demonstranten als erwartet – Breite Front gegen Rechts

Einige Hundert Menschen haben am Samstag an der umstrittenen Demonstration des Komitees „Remigrazione e Riconquista“ im Umfeld der rechtsextremen Bewegung CasaPound in Bozen teilgenommen. Sehr viel mehr Andrang gab es bei der Gegendemonstration im Berloffapark. Tausende zogen mit lauter Musik, bunten Fahnen und antifaschistischen Sprechchören durch die Landeshauptstadt um ein starkes Zeichen gegen Rechts zu setzen.

Zwei politische Kundgebungen gegensätzlicher Lager in Bozen: Links die Demonstration des Komitees „Remigrazione e Riconquista“, rechts die Gegendemo, zu der sich rund 50 Organisationen, Vereinigungen und Parteien angemeldet haben.

Die Organisatoren der umstrittenen „Remigrations“-Demo hatten sich rund 500 Unterstützer erwartet, bis 15 Uhr haben sich aber deutlich weniger Personen am Bozner Siegesplatz versammelt. Laut ersten Informationen nehmen rund 150 bis 200 Demonstranten an der umstrittenen Kundegebung des Komitees „Remigrazione e Riconquista“ im Umfeld der rechtsextremen Bewegung CasaPound teil.

Foto: © rb




Laut ersten Informationen versammelten sich rund 150 bis 200 Demonstranten anauf dem Siegesplatz, uman der umstrittenen Kundegebung des Komitees „Remigrazione e Riconquista“ im Umfeld der rechtsextremen Bewegung CasaPound teilzunehmen.


Neben der italienischen Tricolore sind am Siegesplatz auch einige Deutschland- sowie Südtirolfahnen zu beobachten. Der Protestzug setze sich um 16 Uhr in Richtung Dominikanerplatz in Bewegung. Dabei skandierten die Teilnehmer Sprechchöre wie „Italia Nazione Revoluzione, Bolzano è nostra“. Das Teilnehmerfeld hatte sich auf rund 500 erweitert.

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Breite Front gegen Rechts

Deutlich mehr Andrang gab es bei der Gegendemonstration, die um kurz nach 15.30 Uhr in der Bahnhofsallee im Berloffapark gestartet ist. Mit bunten Fahnen, antifaschistischen Bannern und Musik setzten sich rund 3000 Demonstranten in Richtung Innenstadt in Bewegung. Sprechchöre wie „Wir sind alle Antifaschisten“ waren zu hören. Zu der von „Bozen Solidale“ organisierten Kundgebung haben sich rund 50 Organisationen, Vereinigungen und Parteien angemeldet.



Im Teilnehmerfeld fanden sich auch Südtiroler Politik-Prominenz, etwa die Landtagsabgeordneten der Grünen, Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler, sowie der SVP-Fraktionssprecher Harald Stauder oder der PD-Landtagsabgeordnete Sandro Repetto. Auch Landeshauptmann Arno Kompatscher hatte bereits im Vorfeld seine Teilnahme angekündigt.

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Unter die Demonstranten hat sich auch SVP-Senatorin und Präsidentin der Autonomiegruppe Julia Unterberger gemischt. Zu STOL sagte sie: „Ich freue mich sehr, dass nur wenige Leute zu der faschistischen Demonstration gegangen sind. Sehr viele Menschen aus ganz Südtirol haben sich hingegen hier versammelt, die sich aus unterschiedlichen Gründen als Antifaschisten bekennen und friedlich ein Zeichen gegen Faschistische Parolen setzen wollen.“



Auch die Grüne-Landtagsabgeordnete Brigitte Foppa zeigte sich überwältigt davon, „wie viele Menschen gekommen sind – alt und jung, deutsch- und italienischsprachig – um gemeinsam ein starkes Zeichen zu setzen.“



Ex-Senator Oskar Peterlini sagte zu STOL: „Es ist wichtig, dass die Südtiroler Bevölkerung zeigt, dass wir gegen jede Form des Faschismus sind und dass wir ein Land sind, das die Menschenrechte achtet. Dass auch einige SVP-Vertreter hier sind, ist ein gutes Zeichen.“

Sicherheitskräfte in Alarmbereitschaft

Die Quästur steht vor einer logistischen Herausforderung: Ein großes Aufgebot an Sicherheitskräften soll verhindern, dass die beiden Lager aufeinandertreffen. Rund um den Bahnhof und den Siegesplatz kommt es zu Straßensperren.

Zusätzlich verschärft wird die Sicherheitslage in der Landeshauptstadt durch die zeitgleich stattfindende Serie-B-Partie im Drususstadion: Der FC Südtirol empfängt dort den Spitzenreiter Venezia.

pho

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