Dem Betrug auf die Spur gekommen sind die Finanzpolizisten bei der Kontrolle eines orientalischen Restaurants in Riva. Dieses hatte angeblich nur einen Mitarbeiter angestellt, obwohl es sieben Tage die Woche sowohl mittags als auch abends geöffnet war.
Die Ordnungshüter schöpften Verdacht, nahmen den Betrieb genauer unter die Lupe und sollten ins Schwarze treffen: Wie aus den Ermittlungen hervorging, soll im Restaurant nicht nur eine Person angestellt gewesen sein, sondern über die Jahre hinweg insgesamt 39 Mitarbeiter.
Wie die Finanzpolizisten berichten, seien die im Restaurant angestellten Köche und Kellner von vier externen Unternehmen unter Vertrag genommen worden. Um den Betrug zu vertuschen, sollen diese Scheinverträge und gefälschte Rechnungen ausgestellt haben.
Angestellte hinters Licht geführt
Aus den Aussagen der Mitarbeiter ging hervor, dass Gehälter, Arbeitszeiten und Aufgaben allesamt vom Restaurantbetreiber verwaltet wurden. Laut Finanzpolizei ein Zeichen dafür, dass die Angestellten im Glauben waren, direkt beim Restaurant angestellt zu sein – ohne zu wissen, dass sie offiziell bei externen Scheinfirmen registriert waren. Die Höhe des Steuerbetrugs soll sich auf 1,2 Millionen Euro belaufen.Im Rahmen der Ermittlungen werteten die Ordnungshüter die Unterlagen der mutmaßlichen Scheinfirmen aus. Dabei stellte sich heraus, dass über 206.000 Euro an Mehrwertsteuer zu Unrecht abgezogen wurden. Zudem sollen nicht gezahlte Sozialversicherungsbeiträge von mehr als 300.000 Euro und Verstöße gegen das Arbeitsrecht in Höhe von rund 260.000 Euro festgestellt worden sein.
Die Ordnungshüter haben sechs Personen angezeigt. Fünf Unternehmen – darunter das Restaurant am Gardasee sowie die vier Scheinfirmen mit Sitz in Rom, Florenz, Palermo und Isernia – wurden den zuständigen Justizbehörden gemeldet.

