Freitag, 17. Oktober 2025

Rom: Anschlag auf bekannten Journalisten – Zwei Autos explodiert

Schockmoment für den bekannten italienischen Enthüllungsjournalisten Sigfrido Ranucci: Wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtet, sind in der Nacht die Autos des „Report“-Moderators und seiner Tochter in Campo Ascolano nahe Rom durch Explosionen völlig ausgebrannt.

Sigfrido Ranucci zählt zu den profiliertesten Enthüllungsjournalisten in Italien. - Foto: © Shutterstock / shutterstock

Ranucci selbst machte den Vorfall auf seinen Social-Media-Kanälen öffentlich. „Zwei Sprengkörper haben die vor dem Haus geparkten Autos zerstört. Die Explosionen waren so heftig, dass sie das ganze Viertel erschütterten“, schrieb der Journalist.

Auch die Redaktion der TV-Sendung „Report“, die für ihre investigativen Recherchen bekannt ist, bestätigte den Vorfall und sprach von einem Sprengsatz, der unter dem Auto des Journalisten platziert worden sei. Die Detonation sei so stark gewesen, dass sie „auch das zweite Familienauto und ein angrenzendes Haus beschädigte“.

„Explosion hätte jeden töten können“

Vor Ort standen Carabinieri, Digos, Feuerwehr und Spurensicherung im Einsatz. Laut Ansa hat die zuständige Staatsanwaltschaft die Ermittlungen aufgenommen, auch der Präfekt von Rom wurde informiert. Die Polizei prüft nun, ob es sich um einen gezielten Angriff auf den bekannten Fernsehjournalisten handelt.

Die Redaktion von „Report“ schrieb weiter, die Wucht der Explosion sei derart gewesen, „dass sie jeden hätte töten können, der sich in diesem Moment in der Nähe befand“.

Ranucci zählt zu den profiliertesten Enthüllungsjournalisten in Italien. Die Sendung „Report“ auf RAI 3 sorgt immer wieder für Aufsehen, indem sie Fälle von Korruption, mafiösen Strukturen und politischen Affären ans Licht bringt. Ob die Explosion in Verbindung zu seiner beruflichen Tätigkeit steht, ist derzeit noch ungewiss.

Unterberger und Spagnolli: „Ein inakzeptabler Angriff“

In einer Stellungnahme haben die Präsidentin und der Vizepräsident der Gruppe für Autonomien, Julia Unterberger und Luigi Spagnolli, dem Journalisten Sigfrido Ranucci ihre Solidarität ausgesprochen und den Anschlag auf ihn scharf verurteilt.

„Unsere Solidarität und Nähe gilt Sigfrido Ranucci, der Opfer eines schweren Einschüchterungsakts geworden ist. Es handelt sich um einen inakzeptablen Angriff auf den Mut eines Journalisten, der für seine Recherchen zu auch sehr sensiblen Themen geschätzt wird. Die zuständigen Behörden sollen alles daransetzen, die Verantwortlichen so schnell wie möglich der Justiz zuzuführen. Pressefreiheit und investigativer Journalismus sind Eckpfeiler der Demokratie: Wir müssen sie vor denen schützen, die glauben, sie mit Gewalt zum Schweigen bringen zu können, indem sie Menschen treffen, die sie – wie Ranucci – mit bürgerschaftlichem Engagement ausüben“, so die beiden Parlamentarier.

Auch die die Journalistengewerkschaft des Trentino-Südtirol verurteilt den Anschlag auf die Autos von Sigfrido Ranucci und seiner Tochter auf das Schärfste. „Dieser Vorfall ist ein erneuter Angriff auf die Pressefreiheit – ein Zeichen dafür, dass Ranuccis journalistische Recherchen empfindliche Punkte getroffen und kriminelle Machtstrukturen aufgedeckt haben. Wir appellieren an die Sicherheitsbehörden, alles zu tun, um die Unversehrtheit von Sigfrido Ranucci und seiner Familie zu gewährleisten. Neben dem Schutz durch die Polizei genießt Ranucci auch die Solidarität und Unterstützung seiner italienischen Kolleginnen und Kollegen, die sich geschlossen hinter ihn stellen. Im Mittelpunkt steht der Schutz der Pressefreiheit - einer der Grundpfeiler der Demokratie, wie es Staatspräsident Sergio Mattarella und Papst Franziskus immer wieder betont haben“, heißt es in der Aussendung.

pho

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