Hintergrund: Belastung mit Cereulid
Auslöser der Rückrufe ist eine mögliche Kontamination mit dem Bakteriengift Cereulid. Dieses Toxin wird vom Bakterium Bacillus cereus gebildet. Nach Aufnahme über die Nahrung kann es bereits innerhalb kurzer Zeit zu Übelkeit und Erbrechen kommen.Die Symptome treten in der Regel 30 Minuten bis sechs Stunden nach dem Verzehr auf und klingen meist innerhalb von 24 Stunden wieder ab. Schwere Krankheitsverläufe sind selten, können jedoch Leber und Nieren schädigen. Cereulid ist hitzebeständig und lässt sich durch Abkochen nicht unschädlich machen.
Nach bisherigem Kenntnisstand geht die Kontamination auf ein Pflanzenöl eines chinesischen Lieferanten zurück, das bei der Herstellung von Babynahrung verwendet wurde.
Auch neue wissenschaftliche Empfehlungen der Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) spielten bei der Neubewertung der Situation eine Rolle.
Diese Produkte sind in Italien betroffen (Stand: 11.02.2026)
Danone
Rückruf vom 10.02.2026: 11 Produkte der Marke Aptamil (auch Aptamil Profutura)
Rückruf vom 10.02.2026: 4 Produkte der Marke Mellin
Sterilfarma
Rückruf vom 04.02.2026: 1 Produkt der Marke Monello
Nestlé
Rückruf vom 03.02.2026: 1 Produkt der Marke Nidina
Rückruf vom 09.01.2026: 12 Produkte der Marken Nan, Pre-Nan, Nidina und Alfamino
Rückruf vom 10.12.2025: 3 Produkte der Marke Nidina
Granarolo
Rückruf vom 15.01.2026: 1 Produkt der Marke Granarolo Bimbi
Detaillierte Angaben zu Produktbezeichnung, Füllmenge, Losnummer („Lotto di produzione“) und Mindesthaltbarkeitsdatum veröffentlicht das italienische Gesundheitsministerium auf seiner Website im Bereich „Richiami degli operatori“.
Rückrufe in Österreich
Auch in Österreich sind zahlreiche Produkte betroffen. Informationen veröffentlicht die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES).Danone
Rückruf vom 05.02.2026: 15 Produkte der Marken Aptamil und Milumil
Rückruf vom 31.01.2026: 3 Produkte der Marke Aptamil
Nestlé
Rückruf vom 05.01.2026: 12 Produkte der Marken Beba und Alfamino
Laut AGES waren die im Dezember 2025 nachgewiesenen Cereulid-Konzentrationen noch so gering, dass keine Gesundheitsgefahr bestanden habe. Ende Januar 2026 sei jedoch eine Konzentration festgestellt worden, die die Gesundheit schädigen könne.
Was Eltern jetzt tun sollten
Die Verbraucherzentrale Südtirol rät dringend
Betroffene Produkte der genannten Chargen nicht mehr verwenden
Produkte im jeweiligen Geschäft zurückgeben, in dem sie gekauft wurden
Anspruch auf Ersatz oder Erstattung besteht ausschließlich für die konkret zurückgerufenen Chargen – erkennbar an Losnummer und Haltbarkeitsdatum
Vorübergehend auf Produkte anderer Hersteller umsteigen, die nicht vom Rückruf betroffen sind
Sollten Kinder nach dem Verzehr von Babynahrung Erbrechen oder Durchfall entwickeln, wird empfohlen, die Kinderärztin oder den Kinderarzt zu kontaktieren. Bei starken Symptomen sollte die Notaufnahme aufgesucht werden.

