Samstag, 1. November 2025

Ruf nach Direktzug Lienz-Innsbruck wird lauter

Die Forderung, den Korridorzug zwischen Lienz und Innsbruck wieder einzuführen, erhält Rückenwind. Bei einer Pressekonferenz gestern in Lienz sprachen sich Maria Elisabeth Rieder vom Team K und Markus Sint von der Liste Fritz Tirol klar für eine Wiederaufnahme der Direktverbindung ab dem Jahr 2026 aus.

Ja zum Direktzug Lienz–Innsbruck: Maria E. Rieder und Markus Sint. Foto: Privat

Rieder kritisierte das seit Jahren andauernde politische Hin und Her zwischen Tirol und Südtirol. „Wenn wir von Euregio reden, müssen wir Euregio auch leben. Mit gegenseitigen Schuldzuweisungen kommen wir nicht weiter“, betonte sie. Besonders irritiert zeigte sich die Landtagsabgeordnete, dass Landesrat Daniel Alfreider nun gegen den Direktzug sei, obwohl der Südtiroler Landtag 2014 einstimmig dafür gestimmt habe. „Was sind solche Beschlüsse noch wert? Wo bleibt die Handschlagqualität?“, fragte Rieder.

Sint warf der Tiroler Landesregierung vor, seit Jahren nur zu vertrösten. Statt moderner Zugverbindungen seien die Osttiroler weiterhin auf Dieselbusse angewiesen. „Es gibt Beschlüsse, Verträge und das nötige Zugmaterial – was fehlt, ist der politische Wille“, so Sint.

Gefordert wird eine Tagesrandverbindung morgens und abends mit Halten in Südtirol, ergänzt durch ein Busangebot. „Die Tiroler Landesregierung muss den Zug bestellen, Südtirol die Trasse ermöglichen – so einfach ist es“, sagten Sint und Rieder unisono.

Für beide Politiker ist der Direktzug mehr als nur ein Verkehrsprojekt: Er sei eine Nagelprobe für die Zusammenarbeit in der Europaregion Tirol–Südtirol–Trentino.

stol

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