Schicksal der Familie bewegt Italien
Das Schicksal der Familie sorgt in Italien auch für politische Debatten. Vizepremier Matteo Salvini kritisierte erneut die Entscheidung der Behörden und forderte eine schnelle Rückführung der Kinder zu den Eltern. Auch die katholische Organisation „Pro Vita & Famiglia“ übergab dem Justizminister mehr als 50.000 Unterschriften mit derselben Forderung.Der zuständige Jugendgerichtshof in L'Aquila verschob unterdessen eine Entscheidung über den Fall. Das Gericht will neue Informationen prüfen, bevor es über eine mögliche Änderung der bisherigen Maßnahmen entscheidet. Parallel läuft ein Berufungsverfahren der Eltern, das am 16. Dezember vor dem Berufungsgericht verhandelt werden soll.
Das Jugendgericht von L'Aquila bemängelte die Lebenssituation der Kinder, die in sehr einfachen Verhältnissen in einem Steinhaus im Wald von Palmoli aufwachsen – ohne fließendes Wasser, Stromanschluss – und ohne in eine Schule zu gehen. Mit der alternativen Selbstversorger-Familie leben ein Pferd, ein Esel, Hunde, Katzen und Hühner.
Pilzvergiftung der Kinder brachte Stein ins Rollen
Nachdem die Kinder vor einem Jahr mit einer Pilzvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert worden waren, nahm das Jugendamt die Familie ins Visier. Die Kommunikation gestaltete sich offenbar sehr schwierig, weil die Eltern laut Gericht die Zusammenarbeit verweigerten.In ihrem Urteil vom 13. November, in dem das Sorgerecht entzogen wurde, bemängeln die Richter außerdem, dass das Haus im Wald unhygienisch und teils baufällig sei. Kritisiert wird, dass die Kinder, die im „Homeschooling“ von den Eltern unterrichtet werden, keinen sozialen Kontakt zu anderen Kindern hätten.

