Donnerstag, 2. April 2026

Schwere Unwetter treffen Italien: Brückeneinsturz, Opfer befürchtet

Seit rund 48 Stunden setzt eine massive Unwetterwelle Mittel- und Süditalien schwer zu. Isolierte Ortschaften, über die Ufer getretene Flüsse, Erdrutsche, starke Schneefälle und der Einsturz einer Brücke zwischen den Regionen Abruzzen und Molise prägen die Lage. Nach ersten Informationen soll beim Einsturz der Brücke über den Fluss Trigno auch ein Auto in die Fluten gerissen worden sein; die Zahl der Insassen ist unklar.

Ganze Dörfer wurden bereits überflutet. - Foto: © ANSA / ANSA

Die Suche nach möglichen Opfern läuft ununterbrochen mit Hubschraubern und Tauchern der Feuerwehr sowie mit Unterstützung der Küstenwache von Termoli. Die Staatsanwaltschaft von Larino hat ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässigen Einsturzes eröffnet; sollte sich bestätigen, dass Menschen betroffen sind, wird auch wegen fahrlässiger Tötung ermittelt.

Besonders stark betroffen sind Abruzzen und Molise, aber auch Apulien, Basilikata und die Marken melden Überschwemmungen, Erdrutsche, isolierte Ortschaften und massive Schäden an der Landwirtschaft. Tausende Hektar Ackerland stehen unter Wasser, Frost und Hagel gefährden Obstgärten, Weinberge und die Imkerei.

Im Verkehrsbereich gibt es erste leichte Entspannungen: Die Adriabahnstrecke wurde nach rund 21 Stunden Unterbrechung wieder schrittweise in Betrieb genommen, allerdings mit Einschränkungen. Die Regionalregierungen von Abruzzen und Molise haben die Ausrufung des Notstands beantragt. Das Infrastrukturministerium ordnete eine vollständige Mautbefreiung auf der Autobahn A14 zwischen Vasto Sud und Termoli an. Zudem soll ein Sonderkommissar für den raschen Wiederaufbau der eingestürzten Brücke eingesetzt werden.

Starke Schneefälle sorgten insbesondere im Grenzgebiet zwischen Molise und Abruzzen für große Probleme: In Capracotta wurden Schneehöhen von über zwei Metern gemessen. Auch in anderen Regionen kam es zu Evakuierungen, Straßensperren und zahlreichen Rettungseinsätzen. Zwar wird in den kommenden Stunden eine leichte Wetterbesserung erwartet, doch bleibt die Lage angespannt. Für Abruzzen, Molise und Apulien gilt auch am zweiten Tag in Folge die höchste Warnstufe Rot.

ansa

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