Donnerstag, 6. November 2025

Verzweifelte Suche im Himalaya: „Bis auf Steigeisen noch nichts gefunden“

Die Such- und Bergungsaktion nach fünf Bergsteigern – darunter auch dem 29-jährigen Markus Kirchler aus Jenesien – , die am Montag bei einem gewaltigen Lawinenabgang am Yalung-Ri-Gipfel verschüttet wurden, gestaltet sich sehr kompliziert. Die Rettungskräfte graben sich durch meterdickes Eis, bisher ohne Erfolg. Nun werden sie von zwei Höhenrettungsexperten aus Italien und der Schweiz unterstützt.

Die Suchaktion gestaltet sich sehr schwierig. - Video: stol

Der erfahrene Bergführer Pasang Kidar Sherpa, der die Bodenoperationen seit dem 5. November leitet, erklärte, das Team habe bereits mehr als sieben Meter tief in verdichteten Schnee und Eis gegraben, jedoch keine wesentlichen Spuren entdeckt.

„Wir suchen ununterbrochen, aber außer einigen Ausrüstungsgegenständen wie Steigeisen haben wir nichts gefunden, was uns helfen könnte, die vermissten Bergsteiger zu lokalisieren“, sagte Sherpa per Satellitentelefon vom Einsatzort in über 5.300 Metern Höhe der „The Himalayan Times“. „Schnee und Eis sind extrem hart und schwer zu durchdringen“, fügte er hinzu.

5 Bergsteiger unter Schneemassen begraben

Das vierköpfige nepalesische Rettungsteam unter der Leitung des Bergführers Riten Jangbu Sherpa besteht aus den Bergführer Pasang Kidar Sherpa, Chhiring Sonam Lama und dem angehenden Bergführer Pasang Temba Sherpa.

Sie suchen nach fünf vermissten Bergsteigern – drei Ausländern und zwei Nepalesen: dem jungen Südtiroler Markus Kirchler, dem Italo-Kanadier Marco Di Marcello, dem Deutschen Jakob Schreiber sowie den nepalesischen Bergführern Padam Tamang und Mere Karki, die seit dem Lawinenabgang am 3. November vermisst werden. Zuerst hieß es, die beiden Nepalesen wären bereits geborgen worden.

Stattdessen konnten bisher nur die Leichen von zwei Bergsteigern – dem italienischen Staatsbürger Paolo Cocco und dem französischen Alpinisten Christian Andre Manfredi – geborgen und zur Obduktion im Teaching Hospital nach Kathmandu ausgeflogen werden.

Höhenrettungsexperten aus Italien und der Schweiz angereist

Zur Unterstützung sind zwei internationale Höhenrettungsexperten – Bruno Joseph Jelk aus der Schweiz und Michele Cucchi aus Italien – gemeinsam mit dem nepalesischen IFMGA-Retter Chhiring Pande Bhote heute von Kathmandu aufgebrochen, um sich dem Suchteam im Basislager des Yalung Ri anzuschließen. Sie trafen per Hubschrauber von Simrik Air und Heli Everest ein, ausgestattet mit modernen Ortungssystemen.

Bruno Jelk, Präsident der terrestrischen Kommission des Internationalen Komitees für Alpines Rettungswesen (IKAR-CISA), gilt als einer der weltweit führenden Rettungsspezialisten. Er hat in der Vergangenheit bereits RECCO-Rettungsschulungen in Nepal durchgeführt. Michele Cucchi ist ein erfahrener italienischer Alpinführer und Ausbilder für Höhenrettung.

„Kommunikation schwierig“

Unterdessen traf Riccardo Dalla Costa, italienischer Generalkonsul in Kalkutta und zuständig für Nepal, am 5. November in Kathmandu ein, um gemeinsam mit den nepalesischen Behörden die Rettungs- und Rückführungsmaßnahmen zu koordinieren. Das italienische Außenministerium (Farnesina) erklärte, dass die Kommunikation in der Region aufgrund der extremen Wetter- und Geländebedingungen schwierig bleibe.

Die Lawine hatte am Morgen des 3. November in Gipfelnähe des Yalung Ri (5.630 m) das Team überrascht, als es einen steilen Eisabschnitt hinaufstieg.

vs

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