Donnerstag, 18. September 2025

Seilbahnunglück am Mottarone: Freispruch für Leitner und Rabanser

Vierzehn Menschen starben, als am 23. Mai 2021 die Seilbahn zum Monte Mottarone nahe dem Lago Maggiore abstürzte. Nun ist das Strafverfahren gegen die Verantwortlichen weitgehend abgeschlossen. Von den Vorwürfen entlastet wurden Martin Leitner, Vorstandsmitglied der gleichnamigen Sterzinger Seilbahnfirma, und der Service-Verantwortliche Peter Rabanser. Beide wurden vom Richter freigesprochen. Der zuständige Vorverhandlungsrichter in Verbania, Gianni Macchioni, segnete zudem drei Vergleiche ab.

Beim Seilbahnunglück im Piemont vor rund vier Jahren kamen 14 Menschen ums Leben. - Foto: © ANSA / Tino Romano / Z63 / Z63

Die Firma Leitner begrüßt das Urteil zur Einstellung des Verfahrens gegen ihren Vizepräsidenten Martin Leitner und den Service-Verantwortlichen Peter Rabanser. „Diese Entscheidung steht in völliger Übereinstimmung mit den bereits erfolgten Einstellungen der Verfahren gegen das Unternehmen und dessen Präsidenten Anton Seeber.“

Seit Beginn des Verfahrens habe die Firma Leitner stets ihr sorgfältiges, gewissenhaftes und verantwortungsbewusstes Verhalten bei der Erfüllung des geltenden Wartungsvertrags mit der Firma Ferrovie del Mottarone betont. (STOL hat berichtet.)

„Das Urteil bestätigt endgültig, dass weder die Leitner AG noch deren Führungsebene in irgendeiner Weise für die Tragödie der Seilbahn am Mottarone verantwortlich sind,“ erklärt Paolo Corti, Verteidiger von Martin Leitner.

Wie berichtet, wurde gegen fünf Personen wegen möglicher Verantwortlichkeiten für das tragische Seilbahnunglück vom 23. Mai 2021 ermittelt.

Luigi Nerini, Eigentümer der „Ferrovia del Mottarone“, schloss einen Vergleich auf eine Strafe von drei Jahren und zehn Monaten ab, die er jedoch nicht im Gefängnis verbüßen muss. Auch Enrico Perocchio, Direktor des Betriebs, und Gabriele Tadini, leitender Angestellter des Seilbahnbetriebs, legten Geständnisse ab. Sie erhielten vier Jahre und elf Monate beziehungsweise vier Jahre und fünf Monate Haft, ebenfalls ohne unmittelbare Inhaftierung.


Mit den nun bestätigten Urteilen schließt eines der aufsehenerregendsten Strafverfahren der vergangenen Jahre in Italien. Der Seilbahnabsturz von Mottarone hatte europaweit für Entsetzen gesorgt, weil Manipulationen an der Notbremse im Zentrum der Ermittlungen standen. Angehörige der Opfer hatten immer wieder eine umfassende juristische Aufarbeitung gefordert.

Zugseil riss kurz vor Bergstation

An jenem Tag war das Zugseil der Seilbahn, die am Lago Maggiore auf den Mottarone führt, kurz vor der Bergstation gerissen. Eigentlich hätten die Notbremsen am Tragseil greifen müssen.

Foto: © Infografik/Delvai


Diese waren laut bisherigen Ermittlungen aber mit Klammern blockiert, da sie im laufenden Betrieb für Störungen gesorgt haben sollen. Die Gondel raste talwärts, sprang an einer Seilbahnstütze aus der Verankerung und schlug auf dem Boden auf.

14 Tote und ein einziger Überlebender

14 Menschen starben beim Unglück. Der einzige Überlebende war der 5-jährige Etan. Seine israelischen Eltern, sein jüngerer Bruder und seine beiden Urgroßeltern kamen ums Leben.

Foto: © ANSA / Tino Romano

ansa/stol

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