Mittwoch, 7. Mai 2025

Signa: Hausdurchsuchungen in Wien und Innsbruck

Im Zusammenhang mit der Signa-Pleite hat es am Mittwoch Hausdurchsuchungen an mehreren Standorten gegeben. Insolvenzverwalterin Andrea Fruhstorfer bestätigte in einer Aussendung „im Zuge eines europäischen Ermittlungsverfahrens Hausdurchsuchungen in mehreren Objekten der insolventen Signa-Gruppe - darunter auch in den Räumlichkeiten der Signa Development Selection AG in Wien sowie an Adressen in Innsbruck“.

Ein Polizeiauto, aufgenommen am Mittwoch, 7. Mai 2025 vor dem Kaufhaus Tyrol in Innsbruck. Im Zusammenhang mit der Signa-Pleite hat es laut Medienberichten am Mittwoch Hausdurchsuchungen an mehreren Standorten gegeben. - Foto: © APA / ALEXANDRA KREUZER

Auslöser seien Rechtshilfeersuchen sowie europäische Ermittlungsanordnungen von der Staatsanwaltschaft München I und Staatsanwaltschaft Trient gewesen.

„Strafrechtliche Vorwürfe gegen René Benko und weitere Beschuldigte“ als Gegenstand der Ermittlungen

Gegenstand der Ermittlungen seien „unter anderem strafrechtliche Vorwürfe gegen René Benko und weitere Beschuldigte“. Bewilligt wurden die Hausdurchsuchungen vom Landesgericht für Strafsachen Wien auf Antrag der WKStA, durchgeführt von der SOKO Signa des Bundeskriminalamts.

Davor hatte die „Kronenzeitung“ von Durchsuchungen in der Signa-Zentrale in der Wiener Herrengasse und an Standorten in Tirol, darunter dem ehemaligen Büro von Signa-Gründer Benko im Kaufhaus Tyrol und der Benko-Villa in Innsbruck geschrieben.

Die „Tiroler Tageszeitung“ hatte berichtet, dass „Ermittler offenbar das Innere der Villa penibel abfotografieren“. Dem „Kurier“ bestätigte die Staatsanwaltschaft München I Hausdurchsuchungen „bei Signa-Objekten in Österreich“. Seitens der WKStA hieß es auf APA-Anfrage bisher lediglich, dass man zu den Berichten „derzeit keine Auskunft“ erteilen könne.

Benko sitzt derzeit in Wien in Untersuchungshaft

Benko selber sitzt derzeit in Wien in Untersuchungshaft. Diese ist erst am Dienstag um zwei Monate verlängert worden. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) sieht bei ihm Verdunkelungs- und Tatbegehungsgefahr. Insbesondere wird ihm vorgeworfen, eine Rechnung gefälscht und versucht zu haben, Vermögen zu verheimlichen und dem Zugriff von Behörden, Masseverwaltern und Gläubigern zu entziehen.

Die Staatsanwaltschaft Trient verdächtigte Benko, „Anführer einer mafiaartigen kriminellen Vereinigung“ zu sein, die mit dem Ziel gegründet wurde, Konzessionen und Genehmigungen zu erlangen, um daraus ungerechtfertigte Gewinne zu erzielen, wie aus den Ermittlungsakten hervorging. In Italien hatte es einen Haftbefehl gegen Benko gegeben, der aber von einem Gericht in Tirol abgelehnt wurde.

Auch Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt

In Bayern untersuchen die Ermittler, ob Benko und andere Manager der Signa-Gruppe einen saudi-arabischen Staatsfonds betrogen haben. Gleichzeitig wird geprüft, ob Benko und eventuelle Komplizen Gelder eines Unternehmens der Signa-Gruppe veruntreuten. In beiden Fällen sollen die dreistelligen Millionenbeträge unmittelbar nach Geldeingang in den „Unternehmenskomplex“ Signa geflossen sein.

Abgesehen davon ermittelt auch die Berliner Staatsanwaltschaft unter anderem wegen des Verdachts auf Subventionsbetrug und Insolvenzverschleppung. Auslöser des seit 2023 laufenden Münchner Ermittlungsverfahrens waren mehrere Geldwäscheverdachtsanzeigen.

apa