Donnerstag, 2. April 2026

So gesund und glücklich sind die Südtiroler wirklich

Mehr als die Hälfte der Südtiroler bewertet die eigene Gesundheit als gut oder sehr gut – doch Alter, Geschlecht und gesundheitliche Einschränkungen zeichnen ein differenziertes Bild. Die Daten des Landesstatistikinstituts Astat zum Weltgesundheitstag zeigen, wie es um das körperliche und psychische Wohlbefinden steht, wer besonders betroffen ist und wie stark Gesundheitsdienste in Anspruch genommen werden.

Mehr als die Hälfte der Südtiroler bewertet die eigene Gesundheit als gut oder sehr gut. - Foto: © Shutterstock / shutterstock

Anlässlich des Weltgesundheitstages am 7. April veröffentlicht das Astat Daten zum physischen und psychischen Wohlbefinden sowie zur Nutzung von Gesundheitsdiensten durch die erwachsene Bevölkerung Südtirols.

Die Gesundheits-Statistik

54 Prozent der Volljährigen geben an, dass es ihnen gut geht, und 26 Prozent, dass es ihnen sehr gut geht (gerundete Werte). 17 Prozent bewerten ihren Gesundheitszustand als weder gut noch schlecht, während 3 Prozent angeben, dass es ihnen schlecht oder sehr schlecht geht.

Der Einfluss des Alters

Das Alter hat den größten Einfluss auf die Wahrnehmung des eigenen Gesundheitszustands: 37 Prozent der 18- bis 39-Jährigen und 30 Prozent der 40- bis 64-Jährigen fühlen sich bei bester Gesundheit, bei den über 65-Jährigen sind es 7 Prozent. Insgesamt schätzen 85 Prozent der Männer und 77 Prozent der Frauen ihren Gesundheitszustand als gut oder sehr gut ein.

Dieser Unterschied ist vor allem auf die unterschiedliche Altersstruktur zurückzuführen, da Frauen im Durchschnitt älter sind und ältere Personen ihren Gesundheitszustand tendenziell schlechter bewerten. Die altersstandardisierten Raten (84 Prozent Männer, 80 Prozent Frauen) zeigen keinen signifikanten Unterschied.

Deutlich über dem gesamtstaatlichen Durchschnitt

Die altersstandardisierte Rate eines guten oder sehr guten Gesundheitszustands in Südtirol liegt mit 81 Prozent deutlich über dem gesamtstaatlichen Wert von 65 Prozent. 24 Prozent der Erwachsenen geben an, aufgrund gesundheitlicher Probleme eingeschränkt zu sein. Dieser Anteil beträgt 14 Prozent bei den 18- bis 39-Jährigen, 20 Prozent bei den 40- bis 64-Jährigen und 43 Prozent bei den über 65-Jährigen. Zwischen den Geschlechtern bestehen hierbei keine signifikanten Unterschiede.

Gewicht

57 Prozent der erwachsenen Bevölkerung sind normalgewichtig, 31 Prozent übergewichtig und 8 Prozent fettleibig. 4 Prozent sind untergewichtig. Es zeigen sich deutliche Unterschiede nach Geschlecht: Männer sind häufiger übergewichtig (43 Prozent gegenüber 19 Prozent bei den Frauen), während bei Frauen Normalgewicht klar überwiegt (67 Prozent gegenüber 47 Prozent bei den Männern). Unterschiede bei Fettleibigkeit sind statistisch nicht signifikant, Untergewicht tritt hingegen häufiger bei Frauen auf.

Rauchen und Alkoholkonsum

16 Prozent der Erwachsenen rauchen, 25 Prozent haben früher geraucht und 58 Prozent haben nie geraucht. Der Unterschied zwischen rauchenden Männern (18 Prozent) und Frauen (14 Prozent) ist statistisch nicht signifikant. Mit zunehmendem Alter sinkt der Anteil der Raucherinnen und Raucher.

78 Prozent der Erwachsenen konsumieren im Laufe des Jahres mindestens ein alkoholisches Getränk, 14 Prozent trinken täglich Alkohol. Der Konsum ist bei Männern (85 Prozent) stärker verbreitet als bei Frauen (72 Prozent) und nimmt ab 65 Jahren ab, was vor allem mit dem geringeren Konsum älterer Frauen zusammenhängt. 9 Prozent der Volljährigen konsumieren mindestens einige Male pro Woche alkoholische Getränke außerhalb der Mahlzeiten.

Bingedrinking

18 Prozent der Erwachsenen geben an, mindestens einmal im Jahr bei einer Gelegenheit sechs oder mehr Gläser alkoholischer Getränke konsumiert zu haben (Bingedrinking). Dieses Verhalten ist bei Männern (25 Prozent) häufiger als bei Frauen (10 Prozent) und tritt besonders oft bei den 18- bis 39-Jährigen auf (31 Prozent). Die geschlechtsspezifischen Unterschiede bleiben auch nach Altersstandardisierung signifikant.

Im Vergleich zu Italien zeigen sich Unterschiede bei Rauchverhalten und Bingedrinking: In Südtirol ist der Anteil der Rauchenden niedriger (16 Prozent gegenüber 21 Prozent), während Bingedrinking häufiger vorkommt (18 Prozent gegenüber 9 Prozent, Angabe zum Jahr 2023). Der Konsum alkoholischer Getränke außerhalb der Mahlzeiten mindestens einige Male pro Woche ist in beiden Gebieten gleich verbreitet (9 Prozent).

stol

Kommentare
Kommentar verfassen
Bitte melden Sie sich an um einen Kommentar zu schreiben
senden