Mittwoch, 28. Mai 2025

ABSTIMMUNG: Mehr Mafia in Südtirol: Sind Sie besorgt?

Der Wohlstand in Südtirol zieht die Mafia an. Der Jahresbericht der gesamtstaatlichen Antimafiabehörde DIA bestätigt diesen Trend der vergangenen Jahre. Und: Die Mafia-Organisationen in Italien verzichten zunehmend auf gewaltsame Revierkämpfe und kooperieren stattdessen bei Drogenhandel, Prostitution und Geldwäsche.

Südtirol ist zunehmend im Blickfeld der Mafia. - Foto: © APA/AFP / ANDREAS SOLARO

„In diesem geografisch strategisch wichtigen Raum wurde ein besonderes Augenmerk auf Maßnahmen zur Prävention und Bekämpfung jeglicher Form von Mafia-Infiltration gelegt – insbesondere im Hinblick auf Unternehmen, die am Bau des Brennerbasistunnels beteiligt sind, sowie auf jene, die in die Infrastrukturarbeiten im Zusammenhang mit den Olympischen Winterspielen Mailand-Cortina 2026 eingebunden sind“, heißt es in dem Abschnitt über Südtirol.

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Die im Berichtszeitraum durchgeführten Erhebungen hätten bestätigt, dass Südtirol aufgrund seiner geografischen Lage ein Gebiet sei, das das Interesse krimineller Gruppierungen auf sich zieht. Ein Beispiel sei die Ermittlung „Crepuscolo“, die im Mai 2024 von der Staatspolizei Bozen abgeschlossen wurde.

Dabei sei eine mutmaßliche, multiethnische kriminelle Vereinigung ausgehoben worden, die sich auf den Drogenhandel spezialisiert und den Drogenverkauf in Bozen kontrolliert habe. Die Ermittlungen gehen auf die Operation „Malok“ zurück, die im Oktober 2023 abgeschlossen wurde. Dabei wurden zahlreiche Personen, überwiegend albanische Staatsangehörige, festgenommen.

Mafia legt Rivalitäten beiseite und arbeitet zusammen

Mafiaartige Organisationen verzichten zunehmend auf gewaltsame Revierkämpfe und kooperieren stattdessen bei Drogenhandel, Prostitution und Geldwäsche. Die Cosa Nostra auf Sizilien und die Camorra aus der Region Neapel bilden demnach sowohl im Inland als auch international Allianzen.

Die 'Ndrangheta aus Kalabrien konzentriere sich dagegen verstärkt auf die Kontrolle öffentlicher Bauprojekte, geht aus dem Bericht hervor. DIA-Direktor Michele Carbone erklärte, dass die Koexistenz der Gruppen Synergien geschaffen habe, die mittlerweile so strukturiert seien, dass einstige Spannungen und Konflikte beigelegt werden könnten.

apa/mit

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