Der 1923 in Kyoto geborene Genshitsu absolvierte eine Ausbildung zum Kamikaze-Piloten, musste bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs aber keinen Einsatz fliegen. Später erzählte Genshitsu, wie er schon seinen Kameraden in der Militärausbildung Tee servierte. Genshitsu trat als Mönch dem Zen-Orden bei. Nach dem Tod seines Vaters übernahm er 1964 den Titel des Großmeisters der Urasenke-Schule für Teezeremonien und war fortan als Sen Soshitsu XVI. oder - wegen seiner zahlreichen Reisen - als der „Fliegende Großmeister“ bekannt. Seit 2002 steht sein Sohn der Schule vor.
Für seine diplomatischen Bemühungen erhielt Genshitsu 1997 den japanischen Kulturorden und 2020 den Orden der französischen Ehrenlegion. Er war Unesco-Botschafter, hielt nach Angaben der Zeitung „Yomiuri Shimbun“ auch nach seinem 102. Geburtstag im April mehr als hundert kulturelle und politische Beraterposten und trat bis zu seinem Tod öffentlich auf.

