Schlechtes Wetter erschwerte die Suche nach der Frau erheblich. Nebel und Schneefall verhinderten am Samstag einen umfassenden Hubschraubereinsatz. Auch am Sonntag hing zunächst dichter Nebel in den Felswänden. So stiegen die Bergretter in aller Früh zu Fuß ins Gelttal auf und suchten von hier aus mit Drohnen das Gebiet ab. Ohne Erfolg. Erst als sich die Sicht am Vormittag besserte, konnte der Notarzthubschrauber Pelikan 2 starten. Auf dem Suchflug entdeckte das Team im Gipfelbereich dann die abgebrochene Wechte.
Mit einem Lawinenverschütteten-Suchgerät konnte die Frau schließlich auf einer Höhe von etwa 2.600 Metern geortet und von zwei Bergrettern wenig später auch freigeschaufelt werden. Für sie kam aber jede Hilfe zu spät. Sie dürfte auf der Stelle tot gewesen sein. Die Verstorbene wurde mit der Winde geborgen und zu Tal geflogen.
Inés Bernleitner (57) war Nationalparkrangerin im Nationalpark Hohe Tauern, Wanderführerin und begeisterte Freizeitsportlerin.
Im Einsatz standen an beiden Tagen insgesamt über 50 Kräfte der Bergrettungsdienste Sand in Taufers und Ahrntal, der Notarzthubschrauber Pelikan 2, die Finanzpolizei, die Carabinieri und die Notfallseelsorge.
Erst kürzlich jährte sich für das Tauferer Tal einer der schwärzesten Tage der jüngeren Geschichte zum 10. Mal: Eine gewaltige Lawine unterhalb des Gipfels des 3358 Meter hohen Schneebigen Nocks oberhalb von Rein in Taufers riss sechs Menschen in den Tod – fünf Südtiroler und einen Nordtiroler. Die Tragödie sorgte weit über die Landesgrenzen hinaus für Bestürzung.

