Seit ein paar Jahren sind in Japan vermehrt wild lebende Bären zu beobachten, mitunter sogar in Wohngebieten. Als Gründe gelten unter anderem der Klimawandel sowie der Rückgang der Bevölkerung in Japans ländlichen Gebieten.
Vergangene Woche hatte sich ein 1,40 Meter hoher ausgewachsener Bär in einen Supermarkt in Gunma in der Großstadtregion Tokio verlaufen. Er spazierte zwischen den Regalen herum und versetzte die 30 bis 40 Kundinnen und Kunden, die sich zu dem Zeitpunkt in dem Geschäft aufhielten, in Angst. Nach Angaben der örtlichen Behörden verletzte das Tier zwei ältere Männer leicht.
Der nahe einer Bergregion gelegene Supermarkt war bis dahin noch nie mit Bären konfrontiert gewesen, wie Hiroshi Horikawa, ein Managementvertreter der Supermarktkette, berichtete. Demnach war der Bär etwa vier Minuten in dem Geschäft. „Er kletterte fast auf die Fischtheke und beschädigte die Scheibe. In der Obst- und Gemüseabteilung warf er einen Haufen Avocados um und zertrampelte sie“, schilderte Horikawa.
Laut dem Supermarktbetreiber hatte der Bär verzweifelt nach dem Ausgang gesucht. Am selben Tag war in der Präfektur Iwate ein Bauer direkt vor seinem Haus von einer Bärin gebissen worden, die dort mit ihrem Jungen unterwegs war. Anfang Oktober war ein spanischer Tourist an einer Bushaltestelle in dem als UNESCO-Welterbe eingestuften Dorf Shirakawa-go angefallen worden.
Auf Japans nördlicher Hauptinsel Hokkaido leben zwei Bärenarten: der Asiatische Schwarzbär oder Kragenbär sowie der größere Braunbär. Jedes Jahr werden tausende Exemplare abgeschossen.

