Donnerstag, 8. Januar 2026

Tragödie von Crans-Montana: Emanuele Galeppini (16) zu Grabe getragen

Mit einem Meer aus weißen Rosen, Kränzen und persönlichen Botschaften haben Angehörige und Freunde in Genua Abschied von Emanuele Galeppini genommen. Der 16-jährige Nachwuchs-Golfspieler ist eines der sechs italienischen Todesopfer der Brandkatastrophe in der Neujahrsnacht im schweizerischen Crans-Montana.

Emanuele Galeppini wurde heute in Genua beerdigt. - Foto: © ANSA / LUCA ZENNARO

Die Eltern des Jugendlichen versammelten sich gemeinsam mit Emanueles Schulkollegen in der Kirche Sant'Antonio im Stadtteil Boccadasse in Genua, um den Sarg zu empfangen.

Die Trauerfeier leitete der Erzbischof von Genua, Marco Tasca. Anwesend waren unter anderem der Präsident der Region Ligurien, Marco Bucci, sowie Genuas Bürgermeisterin Silvia Salis.

Foto: © ANSA / LUCA ZENNARO



In seiner Predigt sprach Erzbischof Tasca von „Fassungslosigkeit und Schmerz“ angesichts des Todes so junger Menschen. Die christliche Hoffnung sei kein bloßer Trost, sondern die Gewissheit, dass Gott den Leidenden nahe sei. Zugleich forderte der Erzbischof, die Justiz müsse den Hergang der Tragödie vollständig aufklären.


Foto: © ANSA / LUCA ZENNARO


Begleitet von langem Applaus wurde der Sarg nach der Zeremonie aus der Kirche getragen. Die Mutter des Jugendlichen zeigte sich sichtlich erschüttert und musste von ihrem Ehemann und dem jüngeren Sohn gestützt werden.


Emanuele Galeppini. - Foto: © ANSA / FEDERAZIONE ITALIANA GOLF

Weitere Verletzte in kritischem Zustand

Unterdessen bleibt der Gesundheitszustand mehrerer Verletzter kritisch. Ein italienischer Teenager, von dem nur der Vorname Leonardo, bekannt ist, wird weiterhin in Zürich behandelt. Sein Zustand ist ernst und für einen Transport nach Italien noch nicht stabil genug. Seine Eltern werden vor Ort psychologisch betreut.

Ebenfalls in Zürich liegt die 15-jährige Elsa aus Biella mit Verbrennungen an rund 70 Prozent des Körpers im künstlichen Koma. Sie wurde bereits operiert, ihr Zustand gilt als stabil, aber weiterhin lebensbedrohlich. Eine Verlegung nach Italien ist derzeit ausgeschlossen.

Insgesamt werden elf Verletzte in dem Mailänder Krankenhaus Niguarda intensivmedizinisch versorgt, darunter mehrere Minderjährige. Drei Patienten befinden sich weiterhin in kritischem Zustand, auch wegen schwerer Lungenschäden durch eingeatmete Rauchgase, teilte die Leitung des Krankenhauses mit. Mehrere Opfer wurden bereits operiert und mit Spenderhaut versorgt.

Regierungschefin Giorgia Meloni wird am Freitag an einer Gedenkzeremonie für die sechs italienischen Toten beim Brand in Crans-Montana teilnehmen. Die Messe wird von Kardinal Baldassarre Reina in der Basilika der Heiilgen Ambrosius und Karl im Zentrum von Rom zelebriert.

mit

Kommentare
Kommentar verfassen
Bitte melden Sie sich an um einen Kommentar zu schreiben
senden