Montag, 12. Mai 2025

Große Trauer um Carlo Bruccoleri

Jahrzehntelang war Richter Carlo Bruccoleri in den Gerichtssälen im Land tätig – vor 21 Jahren ist er in den Ruhestand getreten, am Samstag starb er 85-jährig.

Carlo Bruccoleri hat in seiner Zeit als Richter viele bekannte Fälle der Südtiroler Justizgeschichte begleitet: Das Foto, aufgenommen 1997, zeigt ihn während einer Verhandlung im Mordfall Waldner. - Foto: © Dolomiten

Fast acht Jahre lang bekleidete er auch das Amt des Landesgerichtspräsidenten. „Der interessanteste war der Mordfall Christian Waldner. Es war ein sehr delikater Fall. Der unglaublichste Fall war der letzte – der Mordfall Carmen Wieser.

Am meisten berührt hat mich der Fall des Ex-Carabiniere Gabriel D'Alessandro, der wegen Kindesmisshandlung unter erschwerenden Umständen und Kindesmisshandlung mit Todesfolge vor Gericht stand“, erzählte er 2004 in seinem Abschiedsinterview als Richter.

Weiters engagierte sich der Familienvater u. a. als Vorsitzender der Steuerkommission. Bruccoleri war auch ein Freund des Ehrenamts – ein Beispiel dafür: Als ihm 2016 die Ehrenmitgliedschaft des Weißen Kreuzes auf Landesebene verliehen wurde, sagte Ex-Vereinschef Georg Rammlmair, dass Bruccoleri ein Geburtshelfer der Frühdefibrillation gewesen sei: „Er war es, der uns ein Gutachten verfasst hat, damit das AED-Projekt ins Leben gerufen werden konnte. Ohne seinen Beistand wäre diese Pionierarbeit nicht möglich gewesen.“ Zudem war er ein Experte in Sachen Sicherheit auf der Skipiste, weshalb er Verbänden und Skigebieten beratend zur Seite stand.

Der Trauergottesdienst für Carlo Bruccoleri beginnt am Mittwochnachmittag um 14 Uhr in der Sterzinger Pfarrkirche. Anschließend findet die Beisetzung des 85-Jährigen im engsten Familienkreis statt.

fm

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