Gegen den Komplizen, einen 16-jährigen Jugendlichen, dem vorgeworfen wird, die Apotheke mit gezogener Pistole betreten zu haben, ist weiterhin ein Verfahren vor dem Jugendgericht in Trient anhängig.
Bei dem Überfall seien nicht nur die Einnahmen des Tages entwendet worden. Der minderjährige Täter soll zudem verlangt haben, dass sein Rucksack mit Beruhigungsmitteln gefüllt werde. Die Beute umfasste 1.400 Euro Bargeld sowie Packungen von Xanax, Tavor und weiteren angstlösenden Medikamenten im Gesamtwert von 1.320 Euro.
„Vergleich stellt kein Schuldeingeständnis dar“
Das nun abgeschlossene Verfahren betraf den volljährigen der beiden Beschuldigten. Ihm wurde gemeinschaftlicher Raub mit erschwerenden Umständen zur Last gelegt, da die Tat zusammen mit einem Minderjährigen begangen wurde, unter Einsatz einer Waffe sowie zum Nachteil von Personen, die einen Gesundheitsberuf ausüben.„Der Vergleich stellt kein Schuldeingeständnis dar“, erklärte die Verteidigerin Francesca Staurenghi aus Brescia. Ihr Mandant habe die Apothekerinnen im Rahmen seiner Möglichkeiten entschädigt und sei nach eigenen Angaben unwissentlich in die Tat verwickelt worden. Er habe dem Freund lediglich mit seinem Motorrad eine Mitfahrgelegenheit gegeben, ohne zu wissen, dass dieser kurz zuvor einen Raub begangen habe. In den kommenden Tagen werde ein Antrag auf Änderung der Haftmaßnahme gestellt, mit dem Ziel, den Hausarrest aufzuheben und dem 18-Jährigen die Aufnahme einer Arbeit zu ermöglichen.
Der Angeklagte war kurz nach dem Überfall identifiziert worden. Ausschlaggebend waren die Aufnahmen der Überwachungskameras entlang der Straßen von Roncone. In der Nähe der Apotheke sei ein rotes Motorrad abgestellt worden, das dem 18-Jährigen gehörte. Laut der Rekonstruktion der Ermittler hatte er während der Tat in der Nähe des Motorrads gewartet und den Freund anschließend mitgenommen, um nach Hause zu fahren. Nach eigenen Angaben habe er nicht gewusst, dass sich im Rucksack die Beute befunden habe.
16-Jähriger per Haftbefehl in U-Haft genommen
Am Nachmittag desselben Tages wurde der 18-Jährige von den Carabinieri in seiner Wohnung in Bagolino aufgesucht. Der 16-jährige mutmaßliche Komplize aus dem Trentino wurde erst später gefasst. Er wurde gestoppt, als er versuchte, den Ortskern von Storo (Trentino) zu verlassen. Er soll einen Teil der Beute bei sich gehabt haben, nicht jedoch die Waffe, mit der er die Apothekerinnen bedroht haben soll.Laut den Ermittlungen betrat der Jugendliche die Apotheke mit Sturmhaube und gezogener Pistole. „Wir machen die muslimische Methode“, soll er zu den Apothekerinnen Elena und Fabiana Mabellini gesagt haben, die sich dem Verfahren als Nebenklägerinnen angeschlossen haben. Anschließend habe er sie aufgefordert, die Tür zu schließen und ihm das gesamte Bargeld auszuhändigen, während er die Waffe auf sie richtete.
Der 16-Jährige war im Oktober per Haftbefehl in Untersuchungshaft genommen und in eine Jugendwohneinrichtung außerhalb der Region gebracht worden. Bereits einen Monat nach dem Überfall auf die Apotheke von Roncone habe er sich gemeinsam mit einem weiteren mutmaßlichen Komplizen zweier weiterer Raubüberfälle in Trient schuldig gemacht. Diese hätten sich gegen Gleichaltrige gerichtet und unter Einsatz von Reizspray begangen worden.

