Die Reise in der Woche vor Weihnachten führte das Caritasteam vom südukrainischen Odessa über Winnyzja bis nach Ternopil und Ivano Frankivsk in den Westen des Landes. Odessa erlebte in der Nacht von 12. auf 13. Dezember die heftigsten Attacken seit Beginn des Angriffskrieges 2022. Auch danach dauerte der Beschuss noch tagelang an. Die Folgen beschreibt die Caritas in ihrer Aussendung so: “Der Notstand musste in der Region Odessa ausgerufen werden. Zehntausende Menschen harren ohne Strom, Heizung und Wasserversorgung in ihren Wohnungen und Häusern aus. Fast im Stundentakt heulen die Sirenen für Luftalarme. Auch das Caritas-Team musste zwei Nächte im Bunker ihrer Unterkunft schlafen„.
Not nicht nur im Süden und Osten der Ukraine
Die Not beschränke sich keineswegs nur auf den Süden und Osten des Landes, wo die Kämpfe am intensivsten toben, so die Caritas. Im westukrainischen Ternopil kam es vor rund einem Monat, am 19. November zu einem folgenschweren Luftangriff. Raketen trafen zwei Wohnhäuser, 120 Wohnungen wurden zerstört und mehr als 60 Menschen getötet, darunter auch mehrere Kinder. “Die lokale Caritas half auch nach diesem Angriff sofort und unterstützte mit Notunterkünften, Essens- und Hygieneartikeln sowie psychosozialer Betreuung. „Besonders beeindruckend ist die Hilfsbereitschaft und der Zusammenhalt innerhalb der ukrainischen Bevölkerung“, so Schwertner.Durch massiven Beschuss der Energieinfrastruktur werde Kälte in diesem Krieg noch stärker als bisher als Waffe gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt. „Nach dem Rückzug der USA und der Reduzierung von Hilfsgeldern zahlreicher Länder, stellt sich die dringende Frage, wie diese Lücke geschlossen werden kann. “Die Menschen haben Angst, dass sie von der Welt vergessen werden. Auch einige dringend benötigte Caritashilfsprojekte bangen mangels Mitteln um den Fortbestand.„ Noch sei die Caritas aber aktiv. “Dank Spenden aus Österreich versorgen wir Menschen mit Lebensmitteln und warmen Mahlzeiten, helfen kriegstraumatisierten Menschen mit psychosozialen Angeboten und geben Kindern in den Kinderschutzzentren ein wenig Geborgenheit und Schutz.„

