Samstag, 4. Oktober 2025

Schaden am Zoggler Stausee geflickt – Wasser aber erst in einigen Monaten

Ein dumpfer Knall, dann schießt Wasser aus einer aufgerissenen Wand – mitten im Mai ist am Zugangsstollen des Zoggler Stausees oberhalb von St. Walburg im Ultental ein ernsthafter Schaden zutage getreten. In einer Schleusenkammer hatte sich die Betonwand gelöst, das austretende Wasser zwang den Betreiber Alperia zu einer kontrollierten Entleerung des Sees. Nun ist der Stollen wiederhergestellt.

Der beschädigte Teil einer Schleusenkammer und des Stollens wurde wiederhergestellt. - Foto: © alperia

Über vier Monate hat es gedauert: Der betroffene Bereich wurde im September dauerhaft gesichert. Ingenieure verfüllten die beschädigte Kammerwand sowie einen stillgelegten Abzweigstollen mit Stahlbeton. Damit, so Alperia, sei die Stabilität der Anlage wieder gewährleistet.

Die ersten 80 Meter erhalten ein neues Innenrohr

Doch der Eingriff bleibt nicht der einzige. In den kommenden Monaten wird die Anlage einem umfassenden Modernisierungsprogramm unterzogen – Arbeiten, die ohnehin geplant waren, durch den Vorfall aber an Dringlichkeit gewonnen haben. Zunächst soll der Grundablass saniert werden: Die ersten 80 Meter erhalten ein neues Innenrohr, die alten Schütze werden ersetzt.

Um diese Arbeiten im Trockenen durchführen zu können, wurde ein provisorischer Umleitungskanal gebaut, der das Wasser der Falschauer direkt zum Kraftwerk St. Pankraz leitet. Auch der stillgelegte Stollen soll vollständig mit Beton versiegelt werden.

Blick ins Innere der Stollen. - Foto: © alperia

Wohl erst 2026 wieder Wasser im See

Parallel nehmen Fachleute die Asphaltdichtung im Inneren des Damms unter die Lupe. Im Frühjahr 2026 ist die Fertigstellung der Verbindung zum neuen Druckschacht in St. Pankraz vorgesehen.

Erst dann kann der Zoggler See schrittweise wieder aufgefüllt werden – ein Vorgang, der sich angesichts der geringen Zuflüsse in den Winter- und Frühjahrsmonaten hinziehen dürfte.

Reparatur und Modernisierung müssen Hand in Hand gehen

Für Alperia ist die Baustelle auch ein Signal: Die Infrastrukturen, die Südtirol seit Jahrzehnten mit Strom versorgen, müssen ertüchtigt werden. Der Zwischenfall im Mai zeigt, wie rasch aus Routinebetrieb eine kritische Lage werden kann – und wie wichtig es ist, dass Reparatur und Modernisierung Hand in Hand gehen.

stol

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