Freitag, 27. Juni 2025

Unwetter-Brände in Nordtirol – Schäden in Millionenhöhe in ganz Österreich

Die Unwetter mit Hagel und Starkregen haben Donnerstagnachmittag im Nordtiroler Unterland auch zu Bränden durch Blitzeinschläge geführt. In Wörgl (Bezirk Kufstein) schlug ein Blitz in ein Einfamilienhaus ein, das Feuer an der Fassade breitete sich bis auf das Dach aus. In Kössen (Bezirk Kitzbühel) geriet ein Heustadel auf freiem Feld in Brand. Verletzt wurde niemand. Der Unwetter-Gesamtschaden in der Landwirtschaft österreichweit betrug neun Millionen Euro.

Zu Unwettereinsätzen kam es etwa in Kitzbühel. - Foto: © APA/STADTFEUERWEHR KITZBÜHEL / UNBEKANNT

Blitzeinschlag verursacht Brand

Durch den Blitzeinschlag in das Fertigteilhaus in Wörgl fing zunächst die Fassade im unteren Bereich Feuer. Es breitete sich jedoch an der Fassade entlang nach oben bis unters Dach rasch aus. Nach rund eineinhalb Stunden brachte die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle und unterstützte bei der Abdichtung der Außenwand und des Daches, berichtete die Polizei. Das genaue Ausmaß des Schadens war vorerst unklar.


Der Blitzeinschlag in den Stadel in Kössen entzündete Teile der Dachkonstruktion. Im Dach entstand ein Loch von einem Quadratmeter. Der Brand wurde von der Feuerwehr rasch gelöscht.

Bis zum Abend hatte es im Bundesland Tirol laut Leitstelle rund 150 Feuerwehreinsätze gegeben. Die Einsatzkräfte mussten lokal vor allem wegen umgestürzter Bäume und Wasserschäden ausrücken. Flächendeckende Schäden größeren Ausmaßes blieben aus.

Österreichweit neun Millionen Euro Schaden

Die Österreichische Hagelversicherung bezifferte indes den landwirtschaftlichen Gesamtschaden der Unwetter vom Donnerstag mit neun Millionen Euro. Hauptsächlich betroffen waren Tirol und die Steiermark, lokal auch Niederösterreich, hieß es. Massive Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu fünf Zentimetern sorgten für „gravierende Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen“. In Mitleidenschaft gezogen wurden neben Acker- und Grünlandflächen auch Obst- und Baumschulen, Christbaumkulturen sowie Gemüseanbaugebiete.

In Nestelbach bei Graz (Bezirk Graz-Umgebung) stürzte am Donnerstagabend ein Baum auf die Strecke der steirischen Ostbahn. Der Lokführer eines Regionalzugs konnte nicht mehr rechtzeitig anhalten und prallte gegen den Stamm. An der Lok entstand leichter Schaden, das Schienenfahrzeug sprang aus der Spur. Laut der Freiwilligen Feuerwehr Nestelbach wurde keine der rund 60 im Zug befindlichen Personen verletzt. Allerdings mussten sich die Einsatzkräfte buchstäblich den Weg mit Motorsägen durch auf Wege und Straßen gestürzte Bäume bahnen.

apa

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