Gleichzeitig geraten sie dabei häufig in ein Spannungsfeld zwischen beruflichen Anforderungen, finanzieller Verantwortung und gesellschaftlichen Erwartungen und Mustern. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Väterkampagne rund um den Equal Care Day statt, die vom Forum Prävention und der Allianz für Familie initiiert und vom Land Südtirol unterstützt wurde.
Nach einem Vortrag von Alex Oberkofler vom ASGB über Vatersein und arbeiten in Südtirol diskutierten Katia Endrizzi, Lukas Schwienbacher und Christian Contarino über konkrete Hürden und notwendige Veränderungen. Dabei wurde deutlich, dass strukturelle Rahmenbedingungen in der Arbeitswelt vielfach noch nicht auf eine aktive Vaterschaft ausgerichtet sind, wie Oberkofler betonte. Gleichzeitig schilderte Contarino aus persönlicher Perspektive, dass viele Väter ihre Rolle engagierter leben möchten, im Alltag jedoch an Grenzen stoßen.
Auch aus unternehmerischer Sicht bestätigte Endrizzi einen Wandel hin zu mehr engagierter Vaterschaft, machte jedoch klar, dass der Care Gap weiterhin Realität ist. Schwienbacher verwies ergänzend auf den anhaltenden gesellschaftlichen Druck und die Erwartungen, die auf Vätern lasten. In der anschließenden Diskussion mit dem Publikum wurde deutlich, dass es sowohl politische als auch betriebliche Maßnahmen braucht, um Vereinbarkeit für Väter tatsächlich zu ermöglichen. Der Abend machte klar: Wenn Väter ihre Rolle so leben sollen, wie sie es sich wünschen, braucht es einen grundlegenden Wandel der Rollenbilder von Mutter und Vater – in Gesellschaft, Arbeitswelt und Politik.

