Dienstag, 14. April 2026

Vogelschützer gegen Windpark am Brenner: „Vogelzugroute in Gefahr“

Südtirol liegt auf wichtigen Vogelzugrouten im Alpenraum. Jährlich überqueren Hunderttausende Zugvögel die Alpenpässe zwischen Afrika, dem Mittelmeerraum und Nordeuropa. Die „Arbeitsgemeinschaft für Vogelkunde und Vogelschutz - Südtirol EO“ spricht sich daher klar gegen einen geplanten Windpark am Sandjoch (Gemeinde Brenner) aus.

Die Landesregierung hatte sich grundsätzlich für ein Windpark-freies Südtirol ausgesprochen. Mit dem Klimaplan sollen aber nun Ausnahmen für die Realisierung von Windkraftanlagen möglich sein. - Foto: © APA/dpa / Markus Scholz

Zur Erinnerung: Bereits vor 15 Jahren planten die Firma Leitner und die Elektrizitätsgenossenschaft Pflersch auf dem Sattelberg und dem Sandjoch einen Windpark zu realisieren", heißt es in der Aussendung der Arbeitsgemeinschaft. „Umweltverbände und alpine Vereine legten Rekurs gegen das Vorhaben und den Beschluss der Südtiroler Landesregierung ein. Sowohl das Verwaltungsgericht Bozen als auch der Staatsrat in Rom lehnten das Vorhaben ab.“ Grund der Ablehnung des geplanten Windparks waren die zu erwartenden negativen Auswirkungen auf Zugvögel und streng geschützte Brutvogelarten.

Damit schien die Nutzung der Windkraft am Brenner erledigt, zumal die Landesregierung sich grundsätzlich für ein Windpark-freies Südtirol ausgesprochen hatte. Mit dem Klimaplan sollen aber nun Ausnahmen für die Realisierung von Windkraftanlagen möglich sein. Mitte Juni wurde in der Gemeinde Brenner eine Studie für eine Anlage am Sandjoch auf rund 2.000 Metern Höhe vorgestellt. „Nun soll also im gleichen Gebiet eine Windkraftanlage errichtet werden, die bereits im Juli 2014 definitiv vom Staatsrat abgelehnt wurde“, heißt es in der Aussendung.

Die Gründe für die Ablehnung des Windparks hätten sich nicht geändert, so die Arbeitsgemeinschaft. Die Brennerlinie ist eine zentrale europäische Zugroute. Beobachtungen zeigen, dass am Sandjoch an einzelnen Tagen mehrere Tausend Vögel durchziehen. Insgesamt kann die Zugdichte bis zu 5.000 Vögel pro Stunde auf einem Kilometer Breite erreichen - viele davon nachts. „Das Kollisionsrisiko mit Windrädern ist daher erheblich“, so die Arbeitsgemeinschaft. Auch geschützte Brutvögel wären betroffen, darunter Steinadler, Birkhuhn, Alpenschneehuhn und Steinhuhn. Aus Sicht des Vogelschutzes sei der Windpark daher abzulehnen, da er eine massive Gefährdung für Zugvögel und eine Beeinträchtigung sensibler Arten darstelle.

ansa

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