Mittwoch, 4. Februar 2026

Von italienischen Forschern besendeter Wolf in Kärnten abgeschossen

Ein von italienischen Wissenschaftern besendeter Wolf ist in der Nacht auf Montag im Bezirk Spittal an der Drau abgeschossen worden. Der Tierschutzverein „Wölfe in Österreich“ machte den Fall am Mittwoch publik, die Tierschützer orteten einen „weiteren Eskalationspunkt im Kärntner Wolfsmanagement“. Vom Land Kärnten wurde das zurückgewiesen: „Der Abschuss erfolgte verordnungskonform gemäß der Kärntner Risikowolfsverordnung.“

Beim Land Kärnten bestätigte man die Tötung des Wolfs. (Archivbild) - Foto: © APA/dpa / Bernd Thissen

Der Wolf sei Teil eines „grenzüberschreitenden Telemetrie- und Monitoring-Projekts der Universität Udine“ gewesen, teilte „Wölfe in Österreich“ mit. Bei dem Projekt werden Daten zu Wanderbewegungen, Raumnutzung und Populationsanbindung alpiner Wölfe gesammelt.

„Dieser Wolf war kein sogenannter Problemwolf, sondern ein Forschungstier. Mit seinem Tod wurde ein wichtiges Instrument des Wolfsmonitorings zerstört“, sagte Gerald Friedl, Obmann des Vereins. Er sieht einmal mehr einen Bruch des europäischen Artenschutzrechts.
Forscher „waren Grundlagen bekannt“

Beim Land Kärnten bestätigte man die Tötung: „Im Gebiet gab es eine Entnahmefreigabe, der Abschuss erfolgte in unmittelbarer Nähe zum Siedlungsgebiet.“ „Unverzüglich“ habe man danach die Universität Udine verständigt, man stehe mit der Fachabteilung „weiterhin in engem Austausch“, hieß es aus dem Büro des zuständigen Landeshauptmannstellvertreters Martin Gruber (ÖVP).

Und: Den Verantwortlichen des italienischen Monitoringprojekts seien die gesetzlichen Grundlagen in Kärnten bewusst gewesen: „Es war auf italienischer Seite somit immer bekannt, dass es zu einer Entnahme des besenderten Wolfs kommen könnte, sollte er sich als Risikowolf verhalten. Dieser Fall ist nun eingetreten.“

Für Kritik der Tierschützer sorgt auch, dass das Land Kärnten keine einzelnen Wolfsabschüsse mehr bekanntgebe – noch im Dezember war die Öffentlichkeit per Presseaussendungen über Abschüsse informiert worden. Es stimme, dass man 2026 nicht mehr jede Wolfsentnahme in einer Pressemeldung veröffentlicht, so das Land dazu. Das habe damit zu tun, dass der Schutzstatus des Wolfs von der EU im Jahr 2025 gesenkt wurde. Aber: „Da uns die besondere Emotionalität beim Thema Wolf bewusst ist, wird es quartalsweise Veröffentlichungen der erfolgten Wolfsentnahmen geben.“

apa

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