Dienstag, 27. Januar 2026

Vorwurf der Prostitution im Massagestudio: Doppelter Freispruch

Massagen bis spätabends, ausschließlich männliche Kundschaft und der Verdacht auf Prostitution: Der Fall eines Trienter Massagestudios beschäftigte jahrelang die Justiz. Nun endet das Verfahren mit einem doppelten Freispruch.

In einem Trienter Massagestudio soll weit mehr angeboten worden sein als Massagen und Akupressur-Behandlungen. - Foto: © Shutterstock / mapo_japan

Im Massagestudio „Oriental Relax“ in Trient, das bis spät in die Abendstunden geöffnet war, bestand die Kundschaft wohl ausschließlich aus Männern. Wie aus den Ermittlungen der Finanzpolizei hervorging, soll der Anziehungspunkt für junge wie ältere Kunden jedoch nicht in den in den Schaufenstern beworbenen traditionellen Tuina-Massagen oder in Akupressur-Behandlungen gelegen sein. Hinter den mit dem Logo des Betriebs beklebten Glasflächen soll sich vielmehr ein gut organisierter Prostitutionsbetrieb verborgen haben.

Das Massagestudio – nur wenige Schritte vom Stadtzentrum entfernt – wurde im September 2020 beschlagnahmt. Das darauffolgende Gerichtsverfahren gegen zwei Beschuldigten zog sich über mehrere Jahre hin. Am gestrigen Montag endete es mit einem doppelten Freispruch: Sowohl der damalige Inhaber des Betriebs als auch der Ehemann der wichtigsten Mitarbeiterin wurden von allen Vorwürfen freigesprochen.

Der damalige Geschäftsinhaber aus dem Trentino hatte das Unternehmen im Jahr 2015 übernommen. Er hatte den laufenden Betrieb samt Ausstattung und Einrichtung gekauft. Der Unternehmer, vertreten durch Rechtsanwalt Giovanni Rambaldi, konnte seine Unschuld belegen. Auch die Staatsanwaltschaft hatte einen Freispruch beantragt.

Operative Führung habe Mitarbeiterin übernommen

Im Laufe des Verfahrens sei deutlich geworden, dass die tatsächliche operative Führung des Massagestudios einer Mitarbeiterin übertragen worden war. Dabei handelte es sich um eine chinesische Angestellte, die ebenfalls wegen Ausbeutung angeklagt war und über die bereits im Vorfeld ein gerichtlicher Vergleich abgesegnet worden war.

Der Frau war zur Last gelegt worden, dass sie auch für den regelmäßigen „Austausch“ der Masseurinnen zuständig gewesen sein, wobei etwa alle zwei Wochen neue Mitarbeiterinnen eingesetzt worden seien. Nachdem sie über Jahre für den Unternehmer aus dem Trentino gearbeitet hatte, habe sie im Juni 2020 – kurz vor der Schließung des Betriebs – selbst die Inhaberschaft des Massagestudios übernommen.

Auch der Ehemann der Frau war angeklagt worden. Ihm wurde vorgeworfen, seine Gattin sowie mehrere ihrer Landsfrauen ausgebeutet zu haben. Auch er wurde am gestrigen Montag freigesprochen.

fal

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