Von den jüngst acht Festgenommenen sollen vier für eine Beratungsfirma arbeiten, die die Renovierungsarbeiten der nun abgebrannten Wohnanlage überwachen sollte. Drei weitere Personen sind für ein Subunternehmen im Gerüstbau tätig. Der achte Festgenommene diente als Mittelsmann für das Projekt. Die Ermittlungen konzentrieren sich auf mögliche Korruption und die Verwendung unsicherer Materialien.
Der Brand war am Mittwochnachmittag ausgebrochen und hatte sich rasch auf sieben der acht 32-stöckigen Gebäude des Wohnkomplexes Wang Fuk Court ausgebreitet. Die Hochhäuser waren für Renovierungsarbeiten mit Bambusgerüsten und Schaumstoff-Isolierung verkleidet. Den Behörden zufolge hatten die Feuermelder in der Anlage mit mehr als 4.600 Bewohnern nicht richtig funktioniert.
Bereits im September 2024 hatten sich Bewohner der Hochhäuser besorgt über die Brandgefahr geäußert. Einem Sprecher der zuständigen Behörde zufolge ging es dabei auch um die mögliche Entflammbarkeit der grünen Schutznetze an den Bambusgerüsten. Das Arbeitsministerium der Stadt hatte den Anwohnern im vergangenen Jahr nach wiederholten Beschwerden jedoch mitgeteilt, das Risiko sei „relativ gering“. Dies sagte die Behörde der Nachrichtenagentur Reuters. Die Rettungsarbeiten in dem Viertel Tai Po waren am Freitag abgeschlossen worden. Die Suche nach Leichen läuft weiter. 200 Menschen werden noch vermisst.
Unter den Toten sind dem indonesischen Konsulat zufolge mindestens zwei Hausangestellte aus Indonesien. Auch Dutzende Hausangestellte aus den Philippinen seien von der Katastrophe betroffen, sagte Edwina Antonio, die Leiterin der Hilfsorganisation für Migrantinnen Bethune House. Neunzehn von ihnen würden noch vermisst. In Hongkong gibt es rund 368.000 Hausangestellte. Die meisten sind Frauen aus einkommensschwachen asiatischen Ländern, die bei ihren Arbeitgebern oft unter beengten Verhältnissen leben.

