Die Aktion wurde vom Südtiroler Sanitätsbetrieb gemeinsam mit dem Italienischen Roten Kreuz (Komitee Bozen), der Caritas sowie den Vereinen Pro Positiv und Arcigay Centaurus organisiert.
„Prävention ist unsere stärkste Waffe“
Gesundheitslandesrat Hubert Messner betont die zentrale Rolle der Früherkennung: „Ein Test schafft Klarheit, nimmt Unsicherheiten und ermöglicht rechtzeitige Unterstützung. Wissen und Vorsorge schützen uns alle und sind ein zentraler Baustein für ein gesundes Miteinander.“Auch Sanitätsdirektor Josef Widmann hob die enormen Fortschritte in der Behandlung hervor: „Dank wirksamer Medikamente haben HIV-positive Menschen heute eine nahezu normale Lebenserwartung. Dennoch sei Wachsamkeit wichtig“, so Widmann: „HIV zirkuliert nach wie vor. Zielgerichtete Prävention und die Überwindung von Stigma bleiben zentral.“
Neue Therapien, aber weiterhin hohe Verantwortung
Die Primaria betonte, dass die Zukunft des Kampfes gegen HIV äußerst ermutigend sei: „Obwohl noch keine endgültige Heilung möglich ist, sind HIV-Infektionen heute dank neuer Therapien einer chronischen Erkrankung mit einer nahezu normalen Lebenserwartung gleichzusetzen. Tatsächlich stehen uns immer wirksamere Medikamente zur Verfügung. Die neueste Therapie sind langwirkende Injektionen, sogenannte „Long-Acting“, die das Virus blockieren können und nur alle zwei Monate verabreicht werden müssen.„Als wichtigste Waffen zur Überwindung der Epidemie bezeichnete Dr.in Erne die Verhinderung neuer HIV-Infektionen, vermehrte Tests, um die Zahl der frühzeitigen Diagnosen zu erhöhen, sowie die Präexpositionsprophylaxe (PrEP): „Ein weiterer Grundpfeiler ist die antivirale Therapie für HIV-infizierte Menschen, welche die Viruslast auf nicht mehr nachweisbare Werte senkt und wodurch die Übertragung auf sexuellem Weg praktisch unmöglich wird.“
16 Neuinfektionen in Südtirol seit Jahresbeginn
Angela Pieri, Verantwortliche des HIV-Ambulatoriums in Bozen, präsentierte aktuelle Daten: Über 700 Patientinnen und Patienten werden betreut, seit Januar wurden 16 Neuinfektionen registriert – 11 Männer und 5 Frauen.Das Rote Kreuz, vertreten durch Präsident Manuel Pallua, stellte klar, dass Prävention und korrekte Information lebensrettend sein können. Auch Arianna Miriam Fiumefreddo (Pro Positiv) und Pierpaolo Patrizi (Caritas-Projekt Iris) betonten die Bedeutung ganzjähriger Aufklärungsarbeit und die Notwendigkeit, Stigmata abzubauen.
Gemeinsam verfolgen die Organisationen eine klare Strategie: Prävention, psychosoziale Begleitung, medizinische Information und niedrigschwelliger Zugang zu Tests sollen helfen, Neuinfektionen zu reduzieren und Betroffene zu unterstützen.
Der heutige Welt-AIDS-Tag erinnert daran, dass HIV längst nicht überwunden ist – und dass Aufklärung und Solidarität entscheidende Bausteine bleiben.

