Bildungsgrad entscheidet über Rückkehrgeschwindigkeit
Im Jahr 2025 haben in Südtirol 864 Frauen ihren Arbeitsplatz während der Schwangerschaft oder in den ersten drei Lebensjahren des Kindes freiwillig aufgegeben, wie die Zahlen der Beobachtungsstelle zeigen. Zwischen 2019 und 2022 waren es insgesamt 3.500 Frauen. Von diesen haben 62 Prozent innerhalb von drei Jahren wieder eine neue Beschäftigung aufgenommen.Aber: Bei den Akademikerinnen stehen nach nur einem Jahr bereits 40 Prozent wieder im Erwerbsleben; bei Frauen mit Mittelschulabschluss liegt dieser Anteil hingegen um 20 Prozentpunkte niedriger. Zwar gleicht sich die Quote nach drei Jahren bei Maturantinnen und Absolventinnen von Berufsfachschulen an das Niveau der Akademikerinnen (etwa 55 bis 60 Prozent) an, doch Frauen mit Mittelschulabschluss bleiben dauerhaft um 15 bis 20 Prozentpunkte zurück.
Fehlende Flexibilität als Kündigungsgrund
Mindestens jeder fünfte Austritt wäre vermeidbar: 16 Prozent der Frauen mit Selbstkündigung gaben an, sie hätten nicht gekündigt, wenn der Arbeitgeber Teilzeit oder flexible Arbeitszeiten ermöglicht hätte. Der spätere Wiedereinstieg erfolgt dann meist unter veränderten Vorzeichen: 84 Prozent der Rückkehrerinnen arbeiten in Teilzeit.Väter: Eigenkündigung als Karriereschritt
Ein gänzlich anderes Bild zeigt sich bei den Vätern. Von den jährlich etwa 350 vaterschaftsbedingten Kündigungen sind etwa 7 von 10 rein „formaler“ Natur. In diesen Fällen haben die Väter bereits eine neue Stelle gefunden und benötigen die Bestätigung der Eigenkündigung lediglich für den Übergang zu einem anderen Betrieb. Bereits ein bis zwei Monate nach dem Austritt sind zwei Drittel der Männer wieder beschäftigt – ein Wert, den Frauen im Durchschnitt erst drei Jahre später erreichen.„Gleichstellung und Chancengleichheit sind eine gesellschaftliche Herausforderung, aber auch ein zentrales Thema für einen attraktiven Arbeitsmarkt. In der Landesarbeitskommission und der Landesregierung werden wir uns weiterhin intensiv damit auseinandersetzen, wie wir Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern und die Erwerbsbeteiligung von Frauen unterstützen können“, betont Landesrätin Amhof.

