In Südtirol bemühen sich die Landesbehörden und viele Gemeinden um die Verbesserung der Lebensräume für Wildbienen, Schmetterlinge und Vögel. Die urbane Ökologie wird immer wichtiger, weil die intensive Landwirtschaft kaum Platz für ökologisch wertvolle Lebensräume lässt. Erst kürzlich wurden im Obervinschgau auf illegale Weise Hecken gerodet oder anderswo in Natura-2000-Gebieten Gülle auf artenreiche Bergwiesen ausgebracht.
Dachverband fördert ökologische Ausgleichsflächen
Immerhin räumt der Obmann des Südtiroler Bauernbundes in einem Interview ein, dass es „einen Ausgleich“ für die intensive Landwirtschaft braucht. „Dass sich vor allem extensiv wirtschaftende Betriebe und Biobetriebe ernsthaft mit der Verbesserung der Biodiversität beschäftigen, sehen unsere Umweltscouts sehr wohl“, sagt der Geschäftsführer des Dachverbandes Hanspeter Staffler. Gleichzeitig nimmt aber die Intensivierung sowohl in der Viehwirtschaft als auch im Obstbau zu. Diese Intensivierungschübe wirken sich oft katastrophal auf die Biodiversität aus.Der Dachverband für Natur- und Umweltschutz und seine Mitgliedsorganisationen dokumentieren laufend den Verlust an Biodiversität in unserem Lande. Ein paar angebrachte „Bienenstreifen“, wie von SBB-Obmann Gasser verkündet, retten die Artenvielfalt nicht wirklich, sie sind bestenfalls Kosmetik.
„Vielmehr sollte sich der Bauernbund darum bemühen, dass im Obstbau die empfohlenen fünf Prozent ökologische Ausgleichsflächen endlich realisiert werden, und dass die hausinterne Verzögerungspolitik in der Ausarbeitung von Düngeplänen in Natura 2000-Wiesen ein Ende nimmt“, bringt es die Vorsitzende des Dachverbandes Elisabeth Ladinser auf den Punkt. Denn ohne eine ehrliche, offensive Biodiversitätsstrategie aller Landnutzer:innen und damit hauptsächlich der Landwirtschaft, geht das Artensterben auch bei uns ungehindert weiter.

