Donnerstag, 4. Dezember 2025

Wilderei im Gadertal: Enthaupteter Wolf gefunden

Die Behörden in Südtirol verschärfen ihren Kampf gegen die Wilderei. Nach einem schwerwiegenden und besonders grausamen Vorfall in einem Naturpark, bei dem der verstümmelte Kadaver eines illegal getöteten Wolfs entdeckt wurde, wurden die nächtlichen Kontrollaktivitäten deutlich erhöht.

Im Gadertal wurde ein enthaupteter und verstümmelter Wolf gefunden (Symbolbild). - Foto: © Shutterstock / shutterstock

Die Überreste des streng geschützten Tieres wurden vor wenigen Tagen im Naturpark Fanes Sennes Prags in St. Vigil entdeckt: Der Wolf war enthauptet und ihm fehlten Pfoten sowie Schwanz. Die Ermittler gehen davon aus, dass das getan wurde, um daraus eine Trophäe zu fertigen.

Das sei laut Aussendung ein Akt von extremer Grausamkeit, der die Ordnungskräfte alarmierte und ein unmittelbares Verstärken der Patrouillen und Untersuchungen notwendig machte.

Gemeinsamer Einsatz von Forstbehörde und Ermittlern

Der Landesforstdienst arbeitet dabei eng mit den Carabinieri zusammen. Die Zusammenarbeit, die seit Jahren besteht, wurde nun weiter intensiviert.

Im Fahrzeug des Mannes stellten die Carabinieri unter anderem mehrere geladene Waffen sicher. - Foto: © Cc



Besonders in den Nachtstunden überwachen die Einsatzkräfte verstärkt abgelegene Gebiete, um geschützte Tierarten vor illegalen Abschüssen zu bewahren.

Verdächtiger aus dem Gadertal angezeigt

Im Zuge gezielter Kontrollen und einer Hausdurchsuchung wurde ein Mann aus dem Gadertal angezeigt. Er steht im Verdacht, illegale Waffenbestandteile zu besitzen und Wilderei zu betreiben.

In seinem Fahrzeug stießen die Ermittler auf mehrere geladene Waffen. Sichergestellt wurden zudem ein Schalldämpfer, Nacht- und Wärmebildgeräte sowie Funkgeräte.

Geschützte Alpendohlen und Wildhäute sichergestellt

Im Stall neben seinem Wohnhaus fanden die Ermittler außerdem drei frisch erlegte Alpendohlen. Dabei handelt es sich um eine geschützte Vogelart, deren Abschuss streng verboten ist.

Zudem wurden Felle von Huftieren gefunden, die laut den Ermittlern aus Wilderei stammen könnten. In den Fellen seien Schusslöcher gewesen, die zu jenen Waffen passten, die im Fahrzeug entdeckt worden sind.

Die Carabinieri zeigten sich besorgt über die jüngsten Ereignisse und betonten die symbolische Tragweite des Falls: „Der Wolf macht vielen Menschen Angst. Doch die Realität zeigt: Die Brutalität des Menschen ist weit erschreckender.“

Weitere Einsätze angekündigt

Die intensiven Kontrollen seien eine klare und entschlossene Antwort auf diese Form von Gewalt. Der Schutz des alpinen Tierbestands habe oberste Priorität.

Die Zusammenarbeit zwischen Landesforstdienst und Ermittlern sollen in den kommenden Wochen fortgesetzt werden. Geplant sind zusätzliche Kontrollen und gezielte Ermittlungsmaßnahmen in besonders sensiblen Gebieten, um jede Form der Wilderei weiterhin konsequent zu bekämpfen.

stol

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