Klassikfreunde können dann am Freitag (20. Juni) ihren Horizont erweitern, wenn sich das Donauinselfest in den Veranstaltungsreigen anlässlich des 200. Geburtstags von Walzerkönig Johann Strauss einklinkt: Seine Melodien verbindet das Duo Camo & Krooked auf der Festbühne mit Drum'n'Bass-Sounds, wobei die orchestrale Umrahmung von den Wiener Symphonikern unter Christian Kolonovits kommt. Davor gibt es Indie von Milky Chance und Avec, während der Samstag auf der größten Bühne ganz im Zeichen des Pop steht, wenn unter anderem Josh., Kim Wilde und die No Angels auftreten. Das Konzert der deutschen Gruppe wird übrigens von Pam Eden mit einer Gebärdenperformance begleitet. Dezidiert als Inklusionskonzert ist zudem der Auftritt des belgischen Singer-Songwriters Milow Freitagvormittag angelegt.
Ansonsten heißt es gut überlegen, welche der insgesamt 700 Stunden Programm man nicht verpassen möchte: Die hemdsärmelige Formation Aut Of Orda lockt mit Gästen wie Otto Jaus, Rian und Thomas Spitzer, der britische Sänger Rag 'n' Bone Man serviert Blues und Soul, während Rockfans bei Thundermother, Halestorm oder Steel Panther auf ihre Kosten kommen sollen. Die Tanzschuhe sollte man für elektronische Acts wie Möwe, Cyril oder Rene Rodrigezz mitbringen, während das Ottakringer Duo EsRap türkische Klänge mit gesellschaftskritischen Raps kombiniert und die Salzburger Musikerin Anna Buchegger Tradition ins Heute versetzt. Schlager und Austropop dürfen ebenso wenig fehlen, wenn Jazz Gitti, die Nockis oder Alle Achtung zu den Mikrofonen greifen.
Ergänzt wird das sich auf 4,5 Kilometer erstreckende Angebot in gewohnter Weise von Kinderprogramm (inklusive Kasperltheater und Mitmachstationen), Kabarettgrößen wie den Science Busters, Manuel Rubey und Simon Schwarz oder David Scheid sowie diversen Freizeitaktivitäten, die ein Reinschnuppern in Yoga ebenso ermöglichen wie eifrige Karaokesänger auf die Bühne holen sollen. Wer zwischendurch einmal durchschnaufen möchte, kann dies im Rahmen des Inklusionsangebots in einem von fünf als Ruhezonen deklarierten Zelten machen. Fortgesetzt wird heuer auch das Buddy-System für Menschen mit Beeinträchtigungen, um sie auf und über die Insel zu begleiten.
Eine eigene Demokratieinsel - Anlass sind 80 Jahre Zweite Republik, 70 Jahre Staatsvertrag und 30 Jahre EU-Mitgliedschaft - lädt zum gedanklichen Austausch, während von einem heuer neu eingesetzten Nachhaltigkeitsbeirat zusätzliche Maßnahmen erarbeitet wurden, um den Ablauf des Festivals umweltfreundlicher zu gestalten. Dazu zählen etwa die Verwendung nachhaltiger Kraftstoffe oder das Vermeiden von Abfällen durch Mehrwegbecher oder Besteck aus nachwachsenden Rohstoffen. Schließlich soll die Inselsause noch viele Jahre für „echte Momente“ sorgen.
(S E R V I C E - 42. Donauinselfest von 20. bis 22. Juni mit einem Pre-Opening am 19. Juni; alle Details unter www.donauinselfest.at)

