In Vertretung des Landesrats für Ladinische Bildung und Kultur, Daniel Alfreider, hob Direktor André Comploi hervor, dass künstliche Intelligenz und der digitale Wandel Chancen und Herausforderungen zugleich darstellen. Einerseits bestehe das Risiko, dass Minderheitensprachen in den Hintergrund gedrängt würden, andererseits eröffnen digitale Instrumente neue Möglichkeiten, um sie zu fördern und sichtbar zu machen.
Mit Bezug auf das Ladinische erklärte Comploi: „Sprache ist das Herzstück der Identität einer Minderheit. Technologien wie KI-basierte Übersetzungsdienste können den Gebrauch erleichtern und unterstützen.“ Gleichzeitig betonte er, dass es auch Bewusstsein, Motivation und menschliches Engagement brauche. Nur durch die Verbindung von technischer Innovation und persönlichem Einsatz könne gewährleistet werden, dass Minderheitensprachen nicht nur erhalten bleiben, sondern weiterentwickelt werden und so zur weltweiten Sprachenvielfalt beitragen.
Am Seminar nahmen unter anderem FUEN-Präsident Lórant Vincze, Tarja Turtia von der UNESCO, Kevin Chan von Meta und Professor Paul Videsott von der Freien Universität Bozen teil. Expertinnen und Experten aus Ländern wie Neuseeland, Mexiko, Kanada und Indien diskutierten, wie digitale Technologien Regional- und Minderheitensprachen fördern können und welche Rolle künstliche Intelligenz und digitale Plattformen bei der Weitergabe sprachlichen Wissens und der Stärkung kultureller Identität spielen.

