Samstag, 20. September 2025

Generationenwechsel und Ehrenamt: 130 Fachleute tauschten sich aus

Mit dem Generationenwechsel und der Rolle ehrenamtlicher Arbeit in den Museen beschäftigten sich beim Euregio-Museumstag 2025 am gestrigen Freitag in Galtür (Land Tirol): Rund 130 Museumsfachleute aus dem Bundesland Tirol, aus Südtirol und dem Trentino tauschten sich aus.

Euregio-Museumstag 2025 in Galtür: Rund 130 Museumsfachleute aus Tirol, Südtirol und dem Trentino beschäftigten sich mit Generationenwechsel und Ehrenamt in den Museen. - Foto: © Euregio/Armin Gluderer

Wissen erhalten – Zukunft sichern

Einig war man sich auf der Fachtagung, dass Ehrenamt und Generationenwechsel derzeit viele Museen in der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino vor Herausforderungen stellen: Jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement hat zahlreiche regionale Museen aufgebaut, nun fehle besonders den kleineren Museen oft der Nachwuchs.

Tirols Landeshauptmann Anton Mattle. - Foto: © Euregio/Armin Gluderer




Auf die Bedeutung des Ehrenamts wies Tirols Landeshauptmann Anton Mattle hin: „Ohne die vielen freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wäre die Museumsarbeit in Tirol nicht denkbar. Sie sind das Rückgrat zahlreicher Einrichtungen, insbesondere in ländlichen Regionen, wo ihr Engagement dieses kulturelle Angebot erst möglich macht.“


Warfen einen Rück- und Ausblick auf das Euregio-Museumsjahr: (v. l.) Tirols Landeshauptmann Anton Mattle, Melanie Wiener, Helmut Pöll, Matthias Fink (Euregio-Generalsekretariat), Martin Walter (Vize-Bürgermeister Galtür) und Andreas Eisendle (Projektleiter Euregio-Museumsjahr) - Foto: © Euregio/Armin Gluderer



In Videobotschaften verwiesen Südtirols Museumslandesrat Philipp Achammer und die Trentiner Kulturlandesrätin Francesca Gerosa auf die Bedeutung privater und öffentlicher Museen.

Achammer: „Freie, unabhängige Museen sind zentral“

„Andernorts in der Welt wird Geschichte in Museen umgeschrieben, um einem gewissen Zweck zu dienen. Für uns sind freie, unabhängige Museen zentral!“, sagte Achammer: „Es ist wichtig, den Generationenwechsel zu bewältigen, damit wir dank musealer Arbeit auch künftig aus der Geschichte lernen und neue Perspektiven entdecken können.“

Gruppenfoto (v. l.) mit Euregio-Generalsekretär Christoph von Ach, Tirols Landeshauptmann Anton Mattle und den Referierenden des Euregio-Museumstags Tamara Ruhland, Ulrike Vitovec, Monika Gögele, Giacomo Bianchi, Roland Sila und Walter Stefan - Foto: © Euregio/Armin Gluderer



Landesrätin Gerosa nannte die „Zusammenarbeit“ das „Herz des Euregio-Museumsjahrs: Nur gemeinsam konnten wir ein außerordentliches Kulturangebot schaffen. Nur gemeinsam können wir gegenwärtige Herausforderungen meistern und eine fruchtbare Zukunft für die Euregio-Museumswelt planen.“

Der Museumstag beleuchtete in Vorträgen, Diskussionen und Praxisbeispielen, wie Wissenstransfer funktioniert, Konflikte vermieden und junge Menschen für Museumsarbeit begeistert werden können. Diskutiert wurden Organisationsformen, das Zusammenspiel von Ehrenamt und professioneller Beschäftigung sowie begleitende Maßnahmen zur Übergabe von Verantwortung.

Workshop zum Euregio-Museumsjahr

Bereits am Donnerstag fand ein Abschluss-Workshop zum Euregio-Museumsjahr 2025 statt. Ausgehend vom Gedenken an die Bauernkriege vor 500 Jahren setzen sich 35 museale Einrichtungen aus der gesamten Euregio noch bis Anfang 2026 mit sozialer Gerechtigkeit, Widerstand und Zivilcourage in Vergangenheit und Gegenwart auseinander. Das Programm ist unter 2025.euregio.info abrufbar.

lpa

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