Bereits 2022 hatten Institutionen wie die Mailänder Scala, die Münchner Philharmoniker und die Carnegie Hall in New York alle Verbindungen zu Gergijew wegen seiner Nähe zum Kreml abgebrochen. Vincenzo De Luca, Präsident der Region Kampanien, zu der Neapel und Caserta gehören, verteidigte die Einladung Gergijews mit dem Argument, man wolle „Kommunikationskanäle auch mit Andersdenkenden offen halten“. Aus demselben Grund sei auch der israelische Dirigent Daniel Oren eingeladen worden. „Wir verlangen von Künstlern nicht, die politischen Entscheidungen ihrer Regierungen zu verantworten“, so De Luca laut Medienangaben.
Die rechtsgerichtete Regierung Italiens unter Giorgia Meloni unterstützt die Ukraine und die westlichen Sanktionen gegen Russland. Die Nawalny-Stiftung zur Korruptionsbekämpfung hatte letzte Woche einen offiziellen Antrag an das italienische Innenministerium gestellt, Gergijew die Einreise zu verweigern, und zudem an das Kulturministerium sowie an die Leitung des Schlosses von Caserta appelliert, das Konzert abzusagen. Gergijew wurde 2023 zum Direktor des Bolschoi-Theaters in Moskau ernannt - nachdem er von den meisten westlichen Konzertbühnen ausgeschlossen worden war.

