Platter, heute in Vöran zuhause, spielt Musik seit seiner Kindheit. Nicht nur Klavier, auch Schlagzeug. Doch das Piano blieb der Mittelpunkt, „meine Sandkiste“, wie er sagt. Entdeckt hat er es über das Keyboard seiner Schwester, das er als Fünfjähriger unermüdlich bespielte. Ein wenig Unterricht gab es, der Rest war Neugier und Ausprobieren.
Rückzugsort und Bühne
Was damals Spiel war, ist heute Rückzugsort – und Bühne zugleich. Platter braucht keine große Inszenierung. Ihm reicht ein Instrument und ein Ohr, das zuhört. „Das kann auf einer Beerdigung genauso sein wie in einem Hotel oder im kleinen Konzertsaal. Wichtig ist nur, dass das Klavier wirken darf.“Zu seinen prägenden Einflüssen zählt er Keith Jarrett und dessen improvisierte Solokonzerte – Musik, die im Moment entsteht. Ein Ansatz, den Platter selbst pflegt. Obwohl er inzwischen ein breites Repertoire eigener Stücke hat, bleibt Raum für spontane Abzweigungen. Jeder Auftritt kann so zu einem Unikat werden. Sein musikalischer Teppich ist weit gespannt: Giovanni Allevi, Pink Floyd, die Metalszene der 90er, sogar Schlager und Volkslieder. „Alles hat Spuren hinterlassen.“
Platters Dialekt-Debüt
Mit „Inser Liad“ veröffentlicht Platter nun ein Stück, das näher an ihm selbst kaum sein könnte. Klavier und Stimme – „das ist der Kern des Stücks“. Aufgenommen wurde es in einem einzigen Take, live, ohne Sicherheitsnetz. „Das macht es magisch und authentisch“, sagt er.Der Text entstand in einer kurzen Pause an der Waldorfschule, an der er unterrichtet – in wenigen Minuten. „Mit dem Lied gebe ich etwas an die Kinder zurück. Sie geben mir tagtäglich nicht nur Freude, sondern auch die Erinnerung daran, worauf es ankommt.“ Und das ist auch die Botschaft des Songs: „Unser Leben ist oft so hektisch, überfüllt, zugemüllt. Das Lied soll den Weg zurück in die Einfachheit bahnen.“

