Weihnachten ist mehr als ein Gefühl
Der Bischof warnte davor, Weihnachten auf Stimmung oder allgemeine Religiosität zu verkürzen. Christen glaubten nicht an „irgendetwas Höheres“, sondern an einen Gott, der Mensch wird und mitten in der menschlichen Wirklichkeit wohnt. „Er hat sein Zelt unter uns aufgeschlagen“, erklärte Muser, und teile Größe und Not des Menschseins gleichermaßen. Die Menschwerdung Gottes bedeute auch Verwundbarkeit: Gott kenne Müdigkeit, Freundschaft, Trauer, Schuld, Leid und Tod. Gerade darin liege die Tiefe der weihnachtlichen Botschaft: eine radikale Nähe Gottes zum Menschen.
Herausforderung an den Glauben
Weihnachten, betonte der Bischof, stelle jede und jeden vor eine persönliche Entscheidung: ob Gottes Wort nur gehört werde oder auch im eigenen Leben „in Fleisch und Blut“ übergehe. Christlicher Glaube zeige sich dort, wo Denken, Reden und Handeln vom Evangelium geprägt und verändert würden.
Hoffnung, die Menschlichkeit bewahrt
Hoffnung sei keine Vertröstung und keine Weltflucht, sondern eine Kraft, die den Himmel offenhalte und zugleich Verantwortung für diese Welt wecke. Diese Hoffnung dürfe besonders Kindern und jungen Menschen nicht genommen werden. Seit der Nacht von Bethlehem, sagte Muser, habe der Himmel mit dem Alltag der Menschen zu tun - mit Arbeit und Beziehungen, mit Schulen und Krankenhäusern, mit Pflegeheimen, Gefängnissen sowie mit Krisen- und Kriegsgebieten. Christlicher Glaube müsse sich dort bewähren, wo Menschlichkeit bedroht sei: durch gelebte Hoffnung, durch Vergebung und durch den Einsatz für Frieden.

