Dienstag, 7. April 2026

Die Sonne ist da – und mit ihr das Risiko

Es sind die ersten fast sommerlichenTage des Jahres, die viele nach draußen locken: auf die Berge, in den Garten oder auf die Terrasse. Gerade in Südtirol gehört die Sonne zum Alltag – sie tut gut, hebt die Stimmung und gilt als gesund. Doch sie hat auch eine Schattenseite: Ihre UV-Strahlung ist einer der wichtigsten Risikofaktoren für Hautkrebs.

Ein Sonnenbrand ist sichtbares Zeichen einer Hautschädigung. Ein Tumor ist häufig eine Spätfolge. Shutterstock/ - Foto: © Shutterstock / shutterstock


Tatsächlich gehört Hautkrebs zu den häufigsten Krebserkrankungen überhaupt. Schätzungen zufolge ist in Europa mindestens jeder Fünfte im Laufe seines Lebens betroffen. Auch in Südtirol steigen die Hautkrebsfälle Jahr für Jahr stetig an. Dennoch wird die Gefahr aus der Sonne noch oft unterschätzt.
„Sonne ist grundsätzlich nichts Schlechtes, aber zu viel davon kann der Haut dauerhaft schaden“, erklärt Dermatologe Dr. Relja Stankovic von der Martinsbrunn ParkClinic in Meran. „Gerade in den Bergen ist die UV-Belastung höher, weil die Strahlung mit der Höhe zunimmt und zusätzlich reflektiert wird.“

Das Gefährliche ist: Hautkrebs tut in der Regel nicht weh. Viele Betroffene bemerken Veränderungen erst spät – dabei wäre gerade eine frühe Diagnose entscheidend.
Dr. Relja Stankovic


Ob beim Wandern, Radfahren oder bei der Gartenarbeit – bei vielen Menschen ist die Haut oft stundenlang ungeschützt der Sonne ausgesetzt. Dass die Haut dadurch Schaden nimmt, zeigt sich häufig in Form eines Sonnenbrandes, aber auch in Spätfolgen – denn viele Hautschäden entstehen schleichend über Jahre hinweg.
Mediziner unterscheiden dabei vor allem zwei Formen von Hautkrebs: den deutlich häufigeren „hellen“ Hautkrebs, der meist gut behandelbar ist, und den gefährlicheren schwarzen Hautkrebs, das sogenannte Melanom.
„Das Gefährliche ist: Hautkrebs tut in der Regel nicht weh“, sagt Dr. Stankovic. „Viele Betroffene bemerken Veränderungen erst spät – dabei wäre gerade eine frühe Diagnose entscheidend.“

Früherkennung kann Leben retten

Je früher Hautkrebs erkannt wird, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten. In vielen Fällen kann ein Tumor vollständig entfernt werden, bevor er sich weiter ausbreitet.
Deshalb spielt die Vorsorge eine zentrale Rolle. „Wir Dermatologen empfehlen, die eigene Haut regelmäßig zu beobachten“, betont der Facharzt. „Neue Flecken, Veränderungen an bestehenden Muttermalen oder Stellen, die anders aussehen als der Rest der Haut, sollten abgeklärt werden.“ Neben der Selbstbeobachtung ist auch die fachärztliche Kontrolle wichtig.

Ein Termin, der Sicherheit bringt

Die Hautkrebsvorsorge ist einfacher, als viele denken – und dauert meist nur wenige Minuten. Dennoch wird sie oft hinausgeschoben. „Dabei gibt eine Vorsorgeuntersuchung Sicherheit – sowohl dann, wenn alles unauffällig ist, als auch dann, wenn Veränderungen frühzeitig erkannt werden“, betont Dr. Relja Stankovic.

Bei der Vorsorgeuntersuchung wird die Haut vom Facharzt von Kopf bis Fuß systematisch kontrolliert. Mithilfe eines speziellen Auflichtmikroskops – eines sogenannten Dermatoskops – lassen sich auch feinste Veränderungen erkennen, die mit bloßem Auge nicht sichtbar wären. Dadurch können Hautstrukturen eingesehen werden, die eine sehr genaue Beurteilung möglicher auffälliger Stellen ermöglichen.

Grundsätzlich wird empfohlen, die Haut etwa alle zwei Jahre von einem Arzt kontrollieren zu lassen. „Bei Menschen mit vielen Muttermalen oder einem erhöhten Risiko kann auch eine jährliche Untersuchung sinnvoll sein“, sagt Dr. Stankovic. Ein erhöhtes Risiko haben beispielsweise Menschen mit vielen Muttermalen oder sehr heller Haut.

Was jeder im Alltag tun sollte

„Je früher wir auffällige Stellen entdecken, desto einfacher ist die Behandlung“, sagt der Dermatologe. „Deshalb lohnt es sich, die Haut regelmäßig überprüfen zu lassen – auch ohne konkrete Beschwerden.“
Ebenso ist es ratsam, das Risiko für einen Hauttumor durch das eigene Verhalten zu reduzieren: die direkte Sonne in den Mittagsstunden möglichst meiden, sich durch Kleidung, Hut und Sonnenbrille schützen, Sonnenschutzmittel regelmäßig und ausreichend auftragen und besonders empfindliche Hautstellen wie Gesicht, Ohren und Nacken besonders gut schützen. „Es geht nicht darum, die Sonne komplett zu vermeiden“, betont Dr. Stankovic. „Sondern darum, bewusst und verantwortungsvoll damit umzugehen.“

wib

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