Seit dem Jahr 1999 ermittelt der „Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“ der Universität Würzburg die „Arzneipflanze des Jahres“. Damit soll an die lange Geschichte und die Bedeutung von Pflanzen in der europäischen Medizin erinnert und das Wissen darüber gefördert werden. Die Wahl einer Jury fiel heuer auf die Gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium), die seit Jahrhunderten im europäischen Arzneischatz verankert, aber in den vergangenen Jahren etwas in den Hintergrund gerückt ist.

Die lange Tradition als Heilpflanze ist auch ein Grund, den die Jury für ihre Entscheidung nennt. Des Weiteren wird auf die Inhaltsstoffe der Pflanze verwiesen – auf ätherische Öle, Gerbstoffe und Flavonoide –, die ein breites Spektrum möglicher medizinischer Wirkung bieten, zum Beispiel bei leichten Magen-Darmbeschwerden oder bei Menstruationsschmerzen. Außerdem sieht die Jury in der Schafgarbe Potential für weitere Forschung.
Bekannte „Vorgänger“ der Schafgarbe als „Arzneipflanze des Jahres“ sind die Blutwurz (2024), der „Echte Salbei“ (2023) und der Mönchspfeffer (2022). Neben der „Arzneipflanze des Jahres“ kürt der Verein NHV Theophrastus die „Heilpflanze des Jahres“. Heuer wurde die Linde („Tilia platyphyllos“ und „Tilia cordata“ ausgewählt.

